Kurz zusammengefasst
Über meinen Beitrag zum Thema Abnehmen mit KI ist eine Reporterin auf mich aufmerksam geworden. Daraus wurde ein Dreh für RTL Extra bei mir in der Küche. Die spannende Frage dahinter: Was kann KI beim Abnehmen wirklich leisten, wenn sie auf echten Alltag trifft? Ich habe mit KI von 140 kg aus einen guten Einstieg gefunden, mein Essverhalten besser verstanden und einiges verändert. In meinem ersten Beitrag lag ich bei 124 kg, inzwischen sind es etwa 117 kg. Der Weg Richtung 100 kg läuft also weiter – nur eben nicht als magischer KI-Speedrun, sondern als langer, manchmal nerviger und ziemlich menschlicher Prozess.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt meine persönlichen Erfahrungen mit KI beim Abnehmen. Er ist keine medizinische Beratung, keine Ernährungstherapie und kein Versprechen, dass dieselbe Methode bei jedem Menschen gleich funktioniert.
Schnellnavigation
- Wie RTL Extra auf mich aufmerksam wurde
- Warum ich überhaupt mit KI abnehmen wollte
- Was KI beim Abnehmen für mich leistet
- Warum es zwischendurch stagnierte
- Der Dreh in meiner Küche
- Was im TV schnell verkürzt werden kann
- Abnehmen verändert mehr als die Waage
- Mein Zwischenfazit
- Mehr zum Thema KI und Abnehmen
Wie RTL Extra auf mich aufmerksam wurde
Manchmal schreibt man einen Blogartikel, denkt sich nicht viel dabei – und plötzlich steht ein Fernsehteam in der eigenen Küche.
So ungefähr begann diese Geschichte.
Ich hatte auf Prokrastinerd darüber geschrieben, wie ich Abnehmen mit KI für mich nutze. Nicht als magische Diätmaschine, die nachts heimlich Fett absaugt, während ich schlafe. Schön wäre es. Leider hat ChatGPT noch keine entsprechende Schnittstelle zu meiner Plauze.
Stattdessen ging es in dem Beitrag darum, wie KI mir hilft, ehrlicher auf mein Essverhalten zu schauen, Muster zu erkennen und im Alltag bessere Entscheidungen zu treffen. Offenbar war genau das interessant genug, dass sich eine Reporterin bei mir gemeldet hat.
Die Grundfrage der geplanten Reportage war ziemlich direkt:
Wie gut funktioniert Abnehmen mit KI?
Diese Frage finde ich spannend, weil sie eben nicht mit einem simplen „funktioniert“ oder „funktioniert nicht“ beantwortet ist. Sobald man das Thema aus der hübschen Überschrift herausnimmt, landet man ziemlich schnell bei sehr menschlichen Dingen: Gewohnheiten, Familienalltag, Müdigkeit, Belohnung, Frust und dem inneren Buttergolem, der erstaunlich überzeugend argumentieren kann.
Die KI kann darauf reagieren. Aber sie kann diese Dinge nicht einfach wegzaubern.
Das ist weniger spektakulär als eine Wunderdiät, aber deutlich näher an der Wahrheit.
Warum ich überhaupt mit KI abnehmen wollte
Mein Startpunkt war nicht gerade subtil.
Ich stand irgendwann vor dem Spiegel und dachte sinngemäß: Da schaut mich kein Mensch mehr an, da schaut mich ein Buttergolem mit Internetanschluss an.
Mein Startgewicht lag bei 140 kg. Mein Ziel waren und sind 100 kg. In meinem ersten Beitrag lag ich nach etwa vier Monaten bei 124 kg. Inzwischen bin ich bei ungefähr 117 kg.
Das ist ein deutlicher Fortschritt. Gleichzeitig zeigt es sehr gut, dass der Weg von 140 auf 100 kg kein KI-Speedrun ist. Das ist keine vierwöchige Challenge mit dramatischer Musik, perfekt sitzender Hose und sofortigem Endgegner-Sieg.
Es ist ein langer Prozess. Ein ziemlich nerviger sogar.
Dazu kommen bei mir ein paar Extras, die das Spiel nicht unbedingt leichter machen: Hashimoto, Schlafapnoe und ein Körper, der offenbar gern im Energiesparmodus herumoxidiert. Das ist keine Ausrede, aber es ist ein Teil der Realität.
Und weil klassische Diätlogik bei mir selten lange funktioniert hat, brauchte ich etwas anderes.
Keine App, die mir nur rot anzeigt, dass ich schon wieder zu viel gegessen habe. Kein starrer Ernährungsplan, bei dem nach drei Tagen trauriger Gurkenquark auf mich wartet. Und schon gar keinen Fitness-Guru, der mir erklärt, dass ich einfach nur Disziplin brauche, während ich innerlich überlege, ob man Disziplin auch mit Käse überbacken kann.
Ich brauchte eher eine Art Sparringspartner. Etwas, das meine Muster erkennt, Vorschläge macht, Dinge einordnet und nicht beleidigt ist, wenn ich zum fünften Mal dieselbe Frage stelle.
Also landete ich bei KI.
Natürlich nicht blind. Gerade bei Gesundheit, Ernährung und Körper sollte man KI nicht einfach glauben, nur weil sie überzeugend klingt. Genau deshalb habe ich auch schon über Fälle geschrieben, in denen falsche oder unvollständige KI-Antworten gefährlich werden können, etwa in „Vergiftung durch ChatGPT – wenn die KI dir das Hirn wegbrutzelt“.
Für mich war KI deshalb nie der Ersatz für eigenes Denken. Sie war eher der Versuch, mein eigenes Denken besser zu sortieren.
Was KI beim Abnehmen für mich leistet
Der größte Irrtum beim Thema Abnehmen mit KI ist wahrscheinlich die Vorstellung, dass die KI einem einfach einen perfekten Plan ausspuckt und man danach nur noch gehorchen muss.
Das klingt zwar schön ordentlich, funktioniert für mich aber nicht.
Für mich ist KI weniger ein Diätplaner und mehr ein Muster-Detektiv.
Ich kann ihr sagen, was ich gegessen habe. Nicht geschönt, nicht als Fitness-Influencer-Version, sondern so ehrlich wie möglich:
- Nudeln mit Sauce.
- Noch eine Portion Nudeln, weil sie eben da war.
- Ein Snack, der laut Verpackung vermutlich für mehrere Personen gedacht war, aber Verpackungen übertreiben ja gerne.
- Und natürlich dieses eine Lebensmittel, das man nur „kurz probiert“ und das dann auf mysteriöse Weise verschwindet.
Die KI nimmt mir nichts weg. Sie schlägt mir die Gabel nicht aus der Hand. Sie steht auch nicht nachts neben dem Kühlschrank und ruft: „Ronny, wir hatten darüber gesprochen.“
Eigentlich schade.
Aber sie hilft mir, Dinge einzuordnen:
- War das wirklich Hunger oder eher Gewohnheit?
- Warum war ich nach einer Mahlzeit zwar voll, aber trotzdem unzufrieden?
- Welche Alternative wäre realistisch gewesen?
- Wie kann ich beim nächsten Mal anders reagieren, ohne direkt mein ganzes Leben in Brokkoli einzuwickeln?
Das klingt unspektakulär, ist aber genau der Punkt.
Beim Abnehmen scheitert man selten daran, dass man nicht weiß, dass drei Liter Zuckerbrause keine Wellnesskur sind. Man scheitert eher daran, dass Essen nicht nur aus Kalorien besteht, sondern aus Gewohnheit, Trost, Belohnung, Alltag, Familie, Bequemlichkeit und manchmal schlicht aus: „Es war halt noch da.“
KI kann dabei helfen, diese Dinge sichtbar zu machen. Und Sichtbarkeit ist beim Abnehmen verdammt viel wert.
Das funktioniert aber nur, wenn man die KI sinnvoll benutzt. Wer ihr nur halbe Informationen gibt, bekommt oft auch nur halbgare Antworten. Genau deshalb ist gutes Prompting wichtig. Nicht im Sinne von komplizierten Zauberformeln, sondern im Sinne von klarer, ehrlicher Kommunikation. Dazu passt auch mein Beitrag „KI-Prompting für Anfänger: So klappt die Content Creation mit KI“, denn viele Prinzipien gelten nicht nur für Texte oder Bilder, sondern auch für den eigenen Alltag.
Man muss der KI sagen, was wirklich los ist. Nicht: „Ich hatte ein kleines Abendessen.“ Sondern eher: „Ich hatte Abendessen. Danach noch einen Nachschlag. Danach noch etwas Süßes. Und jetzt tue ich so, als hätte mich das alles völlig überrascht.“
Je ehrlicher ich bin, desto brauchbarer wird die Antwort.
Das ist unangenehm. Aber offenbar notwendig.
Warum es zwischendurch stagnierte
Jetzt kommt der Teil, der in vielen Erfolgsgeschichten gern übersprungen wird:
Es ging nicht durchgehend linear nach unten.
Die 100 kg habe ich noch nicht erreicht. Aktuell liege ich bei ungefähr 117 kg. Das ist von 140 kg aus ein deutlicher Fortschritt, aber eben auch der Beweis, dass Abnehmen kein magischer KI-Speedrun ist.
Zwischendurch gab es Phasen, in denen es stagnierte. Der Grund war nicht, dass KI plötzlich nicht mehr funktionierte. Der Grund war eher, dass der Alltag stärker ist als jede hübsche Theorie.
Ein großes Thema waren Gewohnheiten. Wenn man sich jahrelang bestimmte Routinen antrainiert hat, verschwinden die nicht, nur weil ChatGPT sagt: „Vielleicht wäre ein leichteres Abendessen sinnvoll.“ Schön wär’s. Dann hätte ich gern zusätzlich noch: „Vielleicht wäre ein Lottogewinn sinnvoll.“
Ein anderes Thema war das soziale Umfeld. Wenn meine Mama Essen macht, dann ist das nicht nur Nahrungsaufnahme. Das ist gemeinsames Essen. Das ist Zeit miteinander. Das ist Alltag, Familie und Nähe. Und ich möchte sie dann auch nicht einfach alleine sitzen lassen, nur weil irgendein Kalorienziel gerade besser aussieht.
Genau an solchen Punkten merkt man: Abnehmen ist nicht nur Mathematik. Natürlich kann man Kalorien zählen, Defizite berechnen und Rezepte optimieren. Aber die eigentliche Frage ist oft:
Wie baue ich eine Veränderung so in mein Leben ein, dass mein Leben danach nicht komplett nach Verzicht schmeckt?
An dieser Stelle kann KI helfen. Sie kann mir vorschlagen, vorher etwas Kleineres zu essen, Portionen besser einzuschätzen oder höfliche Formulierungen zu finden, wenn ich nicht noch einen Nachschlag möchte. Aber am Ende sitze ich am Tisch. Nicht die KI.
Deshalb war die Stagnation für mich kein endgültiges Scheitern, sondern eher der nächste Teil des Projekts.
Inzwischen geht es wieder weiter nach unten. Nicht rasend schnell, nicht perfekt, nicht Instagram-tauglich glatt. Aber es geht weiter.
Von 140 auf etwa 117 kg bedeutet: Es funktioniert etwas. Aber es dauert. Es nervt. Es hat Pausen. Es hat Rückschläge. Und es braucht mehr als nur eine gute KI-Antwort.
Eigentlich ist genau das die wichtigste Erkenntnis.
Der Dreh in meiner Küche
Für die Reportage wurde bei mir in der Küche gedreht. Und das passt eigentlich ziemlich gut.
Denn wenn man über Abnehmen spricht, kann man natürlich abstrakt über Kalorien, Pläne und Apps reden. Aber am Ende entscheidet sich sehr viel genau dort, wo der Kühlschrank steht.
In der Küche sieht man, wie unspektakulär dieses ganze Thema im Alltag eigentlich ist. Da ist kein Hightech-Labor, keine dramatische Trainingsmontage und kein magischer Ernährungscomputer, der mir automatisch perfekte Mahlzeiten serviert.
Da ist einfach meine Küche. Mit echten Lebensmitteln, echten Routinen und echten Schwächen.
Beim Dreh habe ich zum Beispiel eine Gemüse-Hack-Pfanne gekocht. Eigentlich ein ziemlich normales Gericht. Hackfleisch, Gemüse, Pfanne, fertig. Als Nina dann gesehen hat, dass Hack dabei ist, kam ziemlich überrascht die Frage: „Hack?“
Und genau da wurde es eigentlich interessant.
Denn die KI hatte mir nicht gesagt: „Hack ist böse, iss ab jetzt nur noch traurige Zucchini und denk über deine Lebensentscheidungen nach.“ Stattdessen war der Vorschlag viel alltagstauglicher: Ersetze einen Teil des Hacks durch Gemüse, zum Beispiel Möhren und Zucchini.
Aus 500 g Hack wurden so am Ende nur noch etwa 100 g Hack. Der Rest wurde durch Gemüse aufgefüllt. Weniger Fleisch, weniger Kalorien, mehr Volumen – aber eben ohne das Gefühl, dass ich komplett auf das eigentliche Gericht verzichten muss.
Das klingt fast lächerlich simpel.
Ist es auch.
Aber genau solche simplen Dinge muss einem manchmal trotzdem jemand sagen. Und wenn es in meinem Fall eben die KI ist, dann ist das völlig okay.
Interessanterweise schmeckte die weniger fleischige Variante sogar besser. Nicht wie eine traurige Diätversion, bei der man nach drei Bissen innerlich Abschied vom Leben nimmt, sondern einfach runder, frischer und angenehmer. Das Gemüse hat nicht nur Kalorien ersetzt, sondern das Gericht tatsächlich verbessert.
Und genau darum geht es bei meinem Ansatz mit KI. Ich nutze sie nicht, um einen perfekten Lifestyle zu simulieren. Ich nutze sie, um meinen ziemlich normalen Alltag besser zu verstehen und kleine Stellschrauben zu finden, die realistisch funktionieren.
Was esse ich? Warum esse ich es? Was davon ist Hunger? Was davon ist Gewohnheit? Und wo kann ich etwas verändern, ohne dass es sich sofort wie Verzicht anfühlt?
Für einen TV-Dreh ist das natürlich ein seltsames Gefühl. Plötzlich werden Dinge sichtbar, die sonst eher privat sind: die Küche, der Alltag, das eigene Essverhalten und die Momente, in denen man genau weiß, was besser wäre – und es trotzdem nicht macht.
Aber vielleicht ist gerade das der spannendere Teil. Eine glatte Erfolgsgeschichte wäre einfacher zu erzählen. Eine ehrliche Geschichte ist wahrscheinlich nützlicher.
Gerade bei KI-Themen ist mir diese Ehrlichkeit wichtig. KI wird oft entweder als Wundermaschine oder als Weltuntergang behandelt. Die Wahrheit liegt meistens irgendwo dazwischen. Das habe ich auch in „KI und Kreativität“ und „Die panische Angst vor KI – warum wir Neues fürchten und trotzdem brauchen“ immer wieder gemerkt: Spannend wird es selten an den Extremen, sondern dort, wo Menschen wirklich damit arbeiten.
In meinem Fall arbeitet die KI nicht an einem Roman, einem Song oder einem Bild. Sondern an der Frage, wie aus einer Hackpfanne mit 500 g Hack eine Gemüse-Hack-Pfanne mit 100 g Hack wird, die am Ende sogar besser schmeckt.
Das ist weniger glamourös. Aber vermutlich relevanter für meinen Alltag.
Was im TV schnell verkürzt werden kann
Bei einem Thema wie Abnehmen mit KI gibt es eine offensichtliche Gefahr:
„Mann nimmt mit ChatGPT ab – funktioniert das wirklich?“
Das ist als Überschrift verständlich. Kurz, griffig, klickbar. Aber es wäre mir zu simpel.
Denn KI nimmt nicht ab. Ich nehme ab. Oder eben zeitweise nicht, wenn ich festhänge.
Die KI ist dabei Werkzeug, Spiegel, Ideengeber, manchmal Beichtstuhl und gelegentlich auch der digitale Freund, der freundlich fragt, ob die zweite Portion wirklich aus Hunger passiert ist oder eher aus „war lecker und stand noch da“.
Was ich nicht möchte, ist die Darstellung als Wunderlösung. KI ersetzt keine medizinische Abklärung, keine Therapie, keine Ernährungsberatung und schon gar nicht die eigene Verantwortung.
Was sie aber kann: beim Sortieren helfen, Alternativen vorschlagen, Essverhalten reflektieren, Muster erklären und beim Planen unterstützen.
Das ist weniger spektakulär als „KI macht dich schlank“, aber deutlich näher an der Wahrheit.
Gerade deshalb finde ich die Grundfrage der Reportage gut. Nicht: „Kann KI Wunder wirken?“ Sondern eher: „Was braucht KI, um sinnvoll helfen zu können?“
Meine Antwort darauf wäre: ehrliche Informationen, vollständige Prompts, realistische Ziele, kritisches Mitdenken und die Bereitschaft, unbequeme Muster nicht sofort wegzuerklären.
Ohne diese Dinge wird KI schnell zur hübschen Ausrede. Dann lässt man sich einen Plan erstellen, fühlt sich kurz produktiv und macht danach genau weiter wie vorher.
Das Problem ist dann aber nicht die KI. Das Problem ist der Mensch davor.
Also in meinem Fall: ich. Der Buttergolem mit WLAN.
Und ja, man kann mit KI auch sehr bequem Unsinn erzeugen. Wer sich nur bestätigen lassen will, dass alles halb so wild ist, bekommt irgendwann vermutlich auch eine freundlich formulierte Ausrede geliefert. Genau deshalb halte ich die Frage „Macht KI dumm?“ für gar nicht so abwegig. KI macht nicht automatisch dumm, aber sie kann bequem machen, wenn man sie nur als Bestätigungsmaschine benutzt.
Beim Abnehmen wäre das fatal.
Denn bequem war ich vorher schon. Das musste nicht noch digital optimiert werden.
Abnehmen verändert mehr als die Waage
Ein Punkt, der mir inzwischen fast wichtiger ist als die Zahl auf der Waage: Abnehmen verändert auch das eigene Auftreten.
Nicht automatisch. Nicht über Nacht. Und sicher nicht so, dass man plötzlich morgens aufwacht und denkt: „So, heute bin ich selbstbewusst.“
Aber es passiert etwas.
Man merkt es nicht nur selbst, sondern irgendwann merken es auch andere. Einer meiner Nachbarn fragte mich zum Beispiel irgendwann direkt, ob ich abgenommen hätte. Das klingt nach einer kleinen Bemerkung, aber wenn man lange mit sich selbst und seinem Gewicht kämpft, bleibt so etwas hängen.
Noch deutlicher wurde es bei einer Hose, die vorher nur mit kreativer Ingenieurskunst zuging. Ich musste damals ernsthaft einen Schlüsselring zur Hilfe nehmen, damit sie überhaupt geschlossen blieb. Inzwischen ist genau diese Hose so weit, dass sie ohne Gürtel nicht mehr hält. Und nein, bevor mein innerer Skeptiker jetzt dazwischenfunkt: Die Hose ist nicht einfach nur ausgeleiert. Dafür bräuchte es schon sehr optimistischen Stoff.
Das ist eigentlich banaler Alltag. Kein großes Vorher-Nachher-Foto, keine dramatische Musik, kein Zeitraffer. Aber genau solche Momente machen den Fortschritt greifbar. Die Waage zeigt Zahlen, aber eine Hose, die plötzlich nicht mehr hält, diskutiert nicht.
Bei mir zeigte sich das zum Beispiel auf einem Event auf unserer Burg Altena. Dort wurde ich spontan von Tamino dem Gaukler mit auf die Bühne geholt, nachdem sich jemand anderes nicht getraut hatte. Früher hätte ich mich vermutlich in eine dunkle Ecke teleportiert, wenn das irgendwie möglich gewesen wäre.Und offenbar war es nicht nur für mich ein besonderer Moment. Später schrieb mir Tamino sogar, dass er mich gerne wieder in eine Show dazunehmen würde. Das ist natürlich keine offizielle Bühnenkarriere – aber für jemanden, der früher wahrscheinlich lieber im Boden versunken wäre, fühlt sich das schon ziemlich groß an.
Diesmal bin ich mitgegangen. Ich stand auf der Bühne. Ich habe mich nicht aufgelöst.
Und das klingt vielleicht klein, war für mich aber ziemlich groß.
Natürlich lag das nicht nur am Gewicht. Selbstvertrauen ist kein simpler Waagenzähler. Aber ich glaube schon, dass das erfolgreiche Abnehmen etwas mit mir gemacht hat.
Wenn man merkt, dass man etwas verändern kann, verändert sich auch der Blick auf sich selbst. Man steht anders da, traut sich etwas mehr und versteckt sich vielleicht nicht mehr ganz so automatisch.
Abnehmen ist nicht nur die Frage, wie viel weniger auf der Waage steht. Es ist auch die Frage, wie viel mehr man sich selbst wieder zutraut.
Das ist schwerer zu messen als Gewicht. Aber es ist mindestens genauso real.
Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum mich das Thema KI dabei so interessiert. Bei vielen KI-Debatten geht es um Produktivität, Automatisierung oder kreative Ergebnisse. Ich schreibe darüber selbst oft genug, zum Beispiel wenn es um KI-Training mit Büchern, Suno und fehlende KI-Konkurrenz oder andere Nerd-Themen geht.
Aber hier geht es nicht nur um Output. Hier geht es darum, ob ein Werkzeug mir hilft, mein eigenes Verhalten besser zu verstehen.
Und wenn das klappt, verändert sich manchmal mehr als nur eine Zahl.
Vielleicht verändert sich dann auch, ob man sich auf eine Bühne traut.
Das hätte ich vor einiger Zeit jedenfalls nicht unbedingt auf meiner Abnehm-Bingo-Karte gehabt.
Mein Zwischenfazit
Nach allem, was bisher passiert ist – Gewichtsverlust, Stagnation, weiterer Fortschritt, Blogartikel, TV-Anfrage und Dreh in meiner Küche – würde ich Abnehmen mit KI so zusammenfassen:
KI macht Abnehmen nicht leicht. Aber sie kann es verständlicher machen.
Und das ist mehr wert, als es auf den ersten Blick klingt.
Wenn ich verstehe, warum ich esse, kann ich anders reagieren. Wenn ich erkenne, welche Situationen schwierig sind, kann ich sie vorbereiten. Wenn ich merke, dass ein Ausrutscher nicht das Ende ist, fällt es leichter, wieder einzusteigen.
Aber die KI hat Grenzen. Sie kann mein soziales Umfeld nicht wegoptimieren, Gewohnheiten nicht per Mausklick löschen und nicht für mich entscheiden, wie viel ich bei meiner Mutter esse.
Sie kann mir nur helfen, diese Momente besser zu verstehen.
Der Rest bleibt Arbeit.
Leider.
Wenn jemand also fragt, ob Abnehmen mit KI funktioniert, dann ist meine Antwort:
Ja, aber nicht so, wie viele es sich vermutlich wünschen.
KI funktioniert nicht als Abkürzung. Sie ist kein Fettverbrennungszauberstab, sondern eher eine Taschenlampe. Sie wirft Licht auf Stellen, an denen man sich selbst sonst gern übersieht.
Von 140 auf etwa 117 kg ist für mich deshalb kein abgeschlossenes Erfolgskapitel, sondern ein Zwischenstand.
Ein guter Zwischenstand. Aber eben auch einer, der zeigt: Es dauert. Es ist nicht perfekt. Es wird nicht plötzlich leicht, nur weil eine KI mitredet.
Vielleicht ist genau das die ehrlichste Antwort auf die Frage, wie gut Abnehmen mit KI funktioniert.
Gut genug, um mir zu helfen.
Nicht gut genug, um mir die Arbeit abzunehmen.
Was irgendwie typisch KI ist.
Sie kann erstaunlich viel.
Aber essen muss ich immer noch selbst.
Blödes System.
Mehr zum Thema KI und Abnehmen auf Prokrastinerd
Wenn dich interessiert, wie mein Weg mit KI beim Abnehmen ursprünglich begonnen hat, lies meinen ersten Beitrag „Abnehmen mit KI: Wie dir Künstliche Intelligenz wirklich helfen kann“. Darin geht es darum, warum Ehrlichkeit gegenüber der KI so wichtig ist, wie ich Prompts im Alltag nutze und warum KI eher Muster erkennt, statt einfach nur Kalorien zu zählen.
Passend dazu ist auch mein Überblick „Künstliche Intelligenz“, wenn du allgemein wissen möchtest, wie ich KI im Alltag einsetze. Wenn du selbst bessere Prompts schreiben möchtest, hilft dir „KI-Prompting für Anfänger“. Und weil KI eben nicht unfehlbar ist, lohnt sich außerdem „Vergiftung durch ChatGPT – wenn die KI dir das Hirn wegbrutzelt“: Dort geht es darum, warum unvollständige Prompts und blindes Vertrauen schnell gefährlich werden können.
Wenn dich eher die grundsätzliche Rolle von KI interessiert, passen außerdem „KI und Kreativität“, „Macht KI dumm?“ und „Die panische Angst vor KI – warum wir Neues fürchten und trotzdem brauchen“. Und falls du sehen willst, wo KI in meinem Alltag sonst noch auftaucht, findest du mit „Mit KI zu Linux wechseln“ oder „Wie ich mit KI einen ioBroker-Adapter gebaut habe“ weitere Beispiele dafür, dass KI für mich kein abstraktes Zukunftsthema ist, sondern längst ein ziemlich praktisches Werkzeug im Alltag.
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