Dinge, von denen ich nicht wusste, dass ich sie brauche – Folge 3: Das Energiemessgerät

Es gibt Gadgets, die wirken erstmal so spannend wie eine Bedienungsanleitung für eine Mehrfachsteckdose. In meinem Fall: ein ganz normales Energiemessgerät (bezahlter Link).

Kein WLAN. Keine App. Keine Cloud. Kein Dashboard. Einfach ein kleines Gerät für die Steckdose, das dir sagt, wie viel Strom ein angeschlossenes Gerät gerade verbraucht.

Und genau das macht es so praktisch.

Ich nutze dafür das Brennenstuhl Primera-Line Energiemessgerät PM 231 E (bezahlter Link). Das konkrete Modell ist dabei gar nicht der eigentliche Punkt. Der Punkt ist: Manchmal will man nicht alles dauerhaft überwachen. Manchmal will man einfach nur mal eben messen.


Was macht ein Energiemessgerät?

Kurz gesagt:

  • Energiemessgerät in die Steckdose stecken
  • Gerät daran anschließen
  • Verbrauch ablesen

Mehr ist es erstmal nicht. Und genau das ist der Charme daran.

Das Gerät zeigt dir zum Beispiel, wie viel Watt ein Verbraucher gerade zieht. Je nach Modell bekommst du auch Werte wie Spannung, Strom, Leistungsfaktor, Verbrauch in kWh oder geschätzte Stromkosten angezeigt.

Das klingt trocken. Ist es auch. Aber es ist nützlich trocken.


Warum ist das praktisch?

Weil man damit sehr schnell herausfindet, was ein bestimmtes Gerät wirklich verbraucht.

Nicht theoretisch. Nicht laut Datenblatt. Nicht geschätzt. Sondern einfach direkt an der Steckdose.

  • Was zieht der alte Monitor im Standby?
  • Wie viel braucht das Netzteil, wenn gar nichts daran hängt?
  • Ist der Mini-PC wirklich so sparsam?
  • Was verbraucht die Stehlampe mit LED-Leuchtmittel?
  • Zieht der Drucker heimlich Strom, obwohl er angeblich aus ist?

Gerade bei alten Geräten oder Netzteilen findet man manchmal kleine Überraschungen. Nicht immer riesige Stromfresser, aber genug, um sich zu fragen, warum dieses eine Ding eigentlich rund um die Uhr eingesteckt sein muss.


Warum nicht einfach alles mit Shelly messen?

Natürlich kann man Stromverbrauch auch smart messen. Ein Shelly PM Mini (bezahlter Link) ist super, wenn man eine bestimmte Steckdose oder Leitung dauerhaft überwachen will. Ein Shelly Pro 3EM (bezahlter Link) ist stark, wenn man den Verbrauch im ganzen Haus oder einzelne Phasen im Blick behalten möchte.

Aber das ist ein anderer Anwendungsfall.

Ein Shelly ist eher die feste Installation. Das Energiemessgerät ist eher das Werkzeug, das man kurz aus der Schublade holt.

Wenn ich nur wissen will, was ein einzelnes Gerät gerade zieht, ist so ein Steckdosenmessgerät oft schneller:

  • kein Einbau
  • kein Pairing
  • keine App
  • kein Dashboard
  • einfach messen und fertig

Keep it simple.


Gut zum Gegenchecken

Ein weiterer praktischer Punkt: Man kann damit auch andere Messwerte grob vergleichen.

Wenn ein Shelly PM Mini an einer Steckdose zum Beispiel 42 Watt anzeigt, kann man mit dem Energiemessgerät prüfen, ob das ungefähr passt. Zeigt das Steckdosenmessgerät 40 oder 43 Watt, ist alles plausibel. Zeigt es plötzlich 120 Watt, sollte man genauer hinschauen.

Das ersetzt kein professionelles Messlabor. Aber für den Alltag reicht oft genau diese Frage:

Passt der Wert ungefähr oder ist da irgendwas komplett daneben?

Auch beim Shelly Pro 3EM (bezahlter Link) kann so ein Energiemessgerät helfen. Der 3EM zeigt dir, was auf einer Phase oder im ganzen Haus passiert. Das kleine Steckdosenmessgerät zeigt dir dagegen, was genau dieses eine Gerät verursacht.


Besser als nur Gesamtverbrauch raten

Eine Messung des gesamten Hauses ist sinnvoll. Keine Frage. Aber sie zeigt dir erstmal nur: Irgendwo wird Strom verbraucht.

Wenn die Grundlast bei 180 Watt liegt, weißt du noch nicht automatisch, woher diese 180 Watt kommen. Router? Switch? NAS? Kühlschrank? Ladegeräte? Irgendein Netzteil im Keller, das seit 2014 in der Steckdose steckt und still vor sich hin heizt?

Mit einem mobilen Energiemessgerät kann man sich Stück für Stück durchtesten. Gerät rausziehen, messen, vergleichen, nächstes Gerät.

Das ist nicht glamourös. Aber es funktioniert.


Wo lohnt sich das Messen?

  • alte Netzteile
  • Fernseher und Monitore
  • Drucker
  • Mini-PCs
  • Ladegeräte
  • alte Stereoanlagen
  • Kühlschrank oder Gefriergerät
  • Smart-Home-Zentralen
  • alles, was dauerhaft eingesteckt ist

Besonders spannend sind Geräte, die man nie ausschaltet, weil sie „bestimmt kaum etwas verbrauchen“. Genau diese Geräte sind beim Nachmessen manchmal die interessantesten.


Wo gibt’s das?

Ich nutze das Brennenstuhl Primera-Line Energiemessgerät PM 231 E. Es gibt aber auch viele ähnliche Geräte.

Als Beispiel kannst du dir dieses Modell anschauen:
👉 Energiemessgerät bei Amazon (bezahlter Link)

Wichtig ist aus meiner Sicht weniger das exakte Modell, sondern dass man so ein Messgerät überhaupt griffbereit hat. Denn wenn man es erst suchen oder bestellen muss, misst man meistens doch wieder nicht.


Mein Fazit

Ich habe vorher nicht gewusst, dass ich so ein Energiemessgerät wirklich brauche. Jetzt finde ich es ziemlich praktisch.

Nicht, weil es besonders smart ist. Sondern weil es genau das Gegenteil ist.

Einstecken. Messen. Antwort bekommen.

Gerade wenn man Energiefresser finden, Shelly-Werte vergleichen oder einfach mal einen Verdacht prüfen will, ist so ein kleines Steckdosenmessgerät oft die einfachste Lösung.

Manchmal muss Technik nicht kompliziert sein.
Manchmal reicht es, wenn sie einfach misst.


Und du?

Hast du schon mal nachgemessen, welches Gerät bei dir mehr Strom zieht als erwartet? Schreib’s gern in die Kommentare – ich vermute, irgendwo läuft immer ein heimlicher kleiner Stromfresser mit.

Dieser Beitrag ist Teil meiner kleinen Reihe „Dinge, von denen ich nicht wusste, dass ich sie brauche“. Falls du noch mehr unscheinbare, aber erstaunlich praktische Nerd-Gadgets suchst, schau dir auch diese beiden Beiträge an:

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