Was ist ein ZFS Mirror?
Ein ZFS Mirror bedeutet vereinfacht gesagt: deine Daten werden gleichzeitig auf zwei Festplatten gespeichert. Wenn eine Platte kaputtgeht, hast du immer noch eine vollständige Kopie auf der zweiten. So bist du vor Datenverlust geschützt, ohne selbst eingreifen zu müssen.
Dahinter steckt das Dateisystem ZFS. ZFS wurde ursprünglich von Sun Microsystems entwickelt und bringt gleich mehrere Vorteile mit:
- Datensicherheit durch Prüfsummen: Fehlerhafte Daten werden automatisch erkannt.
- Snapshots: Du kannst den Zustand deiner Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt sichern und jederzeit zurückspringen.
- Einfache Verwaltung: ZFS übernimmt intern die Organisation deiner Platten.
Wenn man also von einem „ZFS Mirror“ spricht, ist damit ein Spiegeln (wie bei einem Spiegelbild) deiner Daten auf zwei Festplatten gemeint. Im Proxmox-Server sorgt das dafür, dass deine virtuellen Maschinen (VMs), Container und Backups sicher sind – auch wenn mal eine SSD den Geist aufgibt.
Warum ein ZFS Mirror in Proxmox?
Standardmäßig packt Proxmox alles auf eine einzige Platte – schnell, praktisch, aber auch ein ziemliches Risiko. Stell dir vor: die NVMe macht einmal Puff! und schon sind VMs, Container und Backups Geschichte. Mit einem ZFS Mirror auf zwei SSDs baust du dir quasi einen Bodyguard fürs Homelab: eine Platte kann jederzeit aussteigen, die andere fängt alles ab. Ergebnis: mehr Sicherheit, solide Performance und ein Speicher, der sich fast schon wie von selbst verwaltet.
Wenn du noch passende SSDs suchst: Empfehlenswert sind zum Beispiel die Samsung 870 EVO (bezahlter Link) oder die Crucial BX500 (bezahlter Link).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Platten vorbereiten
Neue SSDs einbauen und prüfen, wie sie heißen (meist /dev/sda, /dev/sdb …):
lsblk
Dieser zeigt alle erkannten Festplatten und Partitionen in einer Baumstruktur an – sehr praktisch, um die Gerätenamen herauszufinden.
Beispielausgabe:
NAME MAJ:MIN RM SIZE RO TYPE MOUNTPOINTS sda 8:0 0 476.9G 0 disk sdb 8:16 0 931.5G 0 disk nvme0n1 259:0 0 238.5G 0 disk └─nvme0n1p3 259:3 0 237.5G 0 part /
2. Platten säubern (alles wird gelöscht)
wipefs -a /dev/sda
wipefs -a /dev/sdc
sgdisk --zap-all /dev/sda
sgdisk --zap-all /dev/sdc
Erklärung:
wipefs -aentfernt vorhandene Dateisystem‑Signaturen/Marker.sgdisk --zap-alllöscht die Partitionstabelle vollständig.
Falls du die SSDs vorab an einem anderen PC testen willst, hilft ein USB‑3.0‑auf‑SATA‑Adapter (bezahlter Link).
3. ZFS Mirror erstellen
zpool create -f -o ashift=12 zfs-storage mirror /dev/sda /dev/sdb
zfs set compression=lz4 zfs-storage
zfs set atime=off zfs-storage
Erklärung:
zpool create … mirrorbaut den Spiegel.ashift=12passt die Blockgröße für SSDs an.compression=lz4spart Speicher, ist schnell;atime=offvermeidet unnötige Schreibzugriffe.
Prüfen:
zpool status
Beispielausgabe:
pool: zfs-storage state: ONLINE config: NAME STATE READ WRITE CKSUM zfs-storage ONLINE 0 0 0 mirror-0 ONLINE 0 0 0 sda ONLINE 0 0 0 sdb ONLINE 0 0 0
4. Datasets für VMs und Backups anlegen
zfs create zfs-storage/vmdata
zfs create zfs-storage/backups
zfs list
Erklärung:
zfs create …legt sogenannte Datasets an – Unterbereiche deines ZFS‑Pools, die du getrennt verwalten kannst.zfs-storage/vmdatanutzen wir für VM‑ und Container‑Festplatten.zfs-storage/backupsreservieren wir für Sicherungen.zfs listzeigt anschließend alle vorhandenen ZFS‑Pools und Datasets mit Größe und Belegung an..
5. In Proxmox einbinden
VM-Speicher (ZFS):
- Datacenter → Storage → Add → ZFS
- ID:
vmdata - Pool:
zfs-storage/vmdata - Content: Disk image, Container
- Thin provision: aktivieren
Backups (Directory):
- Datacenter → Storage → Add → Directory
- ID:
backups - Directory:
/zfs-storage/backups - Content: Backup
Für zusätzliche externe Backups eignet sich eine große USB‑Festplatte wie die WD Elements Desktop 8TB (bezahlter Link).
VMs und Container auf das ZFS Storage verschieben
LXC Container verschieben
WebUI: Container → Resources → Root Disk → Move Volume

Shell-Alternative:
pct move_volume 102 rootfs vmdata --delete
VM Festplatten verschieben
WebUI: VM → Hardware → Hard Disk → Move Disk

Shell-Alternative:
qm move_disk 113 scsi0 vmdata --delete
Parameter:
102bzw.113= VM/Container-IDrootfsbzw.scsi0= Festplattenname--delete= entfernt die alte Disk nach erfolgreichem Kopieren
Tipps
- Container/VM vor dem Verschieben herunterfahren → schneller und sicherer
- Backups vorher testen
- Regelmäßig ZFS Scrubs einplanen:
zpool scrub zfs-storage - E-Mail-Notifications in Proxmox aktivieren, damit du bei Plattenfehlern informiert wirst
Mehr Wissen zu ZFS gefällig? Das Buch FreeBSD Mastery: ZFS (bezahlter Link) erklärt tiefergehend die Konzepte.
Fazit
Mit einem Proxmox ZFS Mirror kannst du deine virtuellen Maschinen und Container sicher betreiben, ohne Angst vor Datenverlust bei einem SSD-Ausfall zu haben. Die Einrichtung ist unkompliziert, und dank Proxmox-WebUI lassen sich VMs und LXCs komfortabel verschieben. Ein kleiner Schritt in der Konfiguration – ein großer Schritt für die Datensicherheit deines Homelabs.
Nerdige Lese-Empfehlungen zum Schluss
Wenn du jetzt Blut geleckt hast und dein Homelab noch tiefer in die Proxmox-Welt eintauchen soll, hab ich was für dich:
- 🧰 Proxmox Anleitung – Der große Überblick für Nerds und Homelab-Bastler → quasi das Schweizer Taschenmesser für deinen Proxmox-Alltag.
- 🌐 Proxmox auf IPv6 umstellen – wie, warum und die Probleme → für alle, die ihr Setup ins „Internet der Zukunft“ schubsen wollen (und dabei ein paar Stolperfallen kennenlernen).

