Shelly Script oder Home Assistant – was ist besser fürs Smart Home?

Zeraphys Avatar zeigt Shelly Direktverknüpfung und Home Assistant im Vergleich

Smart Home kann herrlich einfach sein – oder herrlich kompliziert. Manchmal sogar beides gleichzeitig. 😄

Eine der häufigsten Fragen dabei:

Baue ich meine Logik direkt im Shelly (per Script) oder über eine Zentrale wie Home Assistant?

Ich nutze beides – und genau darum geht es hier: ein ehrlicher Praxis-Vergleich, inklusive echten Beispielen aus dem Alltag.


Zwei Philosophien: lokal vs. zentral

🧠 Shelly Script – das Gehirn sitzt im Gerät

Bei Shelly Scripts läuft die komplette Logik direkt auf dem Gerät.
Ein Taster weiß selbst, was er tun soll. Kein Server, kein Broker, kein Mittelsmann.

Eigenschaften:

  • läuft direkt auf dem Shelly
  • funktioniert auch ohne WLAN-Internet
  • extrem schnell (Millisekunden)
  • keine Abhängigkeit von Home Assistant / ioBroker
  • JavaScript statt Blockly

Kurz gesagt: Smart Home auf Geräteebene.


🏠 Home Assistant – das Smart-Home-Betriebssystem

Home Assistant ist das komplette Gegenmodell:

  • zentrale Logik
  • visuelle Automationen
  • Geräte unterschiedlichster Hersteller
  • komplexe Bedingungen, Zeitpläne, Sensoren, Szenen
  • Historie, Dashboards, Backups

Kurz gesagt: Smart Home als Betriebssystem.


Praxisbeispiel: Ein Taster schaltet zwei Relais

Setup:

  • Shelly i4 (4-fach Taster)
  • anderer Shelly mit 2 Relais
  • Ziel: Wenn Taster 4 gedrückt wird → beide Relais toggeln

Lösung mit Shelly Script (direkt im Gerät)

Das folgende Script läuft direkt auf dem Taster-Shelly.
Die IP-Adresse und IDs sind bewusst generisch gehalten:

let TARGET_IP = "192.168.0.100"; // Ziel-Shelly

Shelly.addEventHandler(function (event) {
  if (event.name !== "input" || !event.info) return;

  // 4. Taster
  if (event.info.id !== 3) return;

  // i4 sendet "toggle" Events
  if (event.info.event !== "toggle") return;

  // Nur bei Tastendruck (nicht beim Loslassen)
  if (event.info.state !== true) return;

  // Relais 0 toggeln
  Shelly.call("HTTP.GET", {
    url: "http://" + TARGET_IP + "/rpc/Switch.Toggle?id=0"
  });

  // Relais 1 toggeln
  Shelly.call("HTTP.GET", {
    url: "http://" + TARGET_IP + "/rpc/Switch.Toggle?id=1"
  });
});

Eigenschaften dieser Lösung:

  • reagiert sofort
  • keine Zentrale nötig
  • funktioniert auch wenn Home Assistant aus ist
  • läuft komplett lokal im LAN

Lösung mit Home Assistant (vereinfacht)

In Home Assistant sähe das so aus:

  • Trigger: Button pressed
  • Aktion: switch.toggle Relay 1
  • Aktion: switch.toggle Relay 2

Das ist komfortabel, visuell, leicht änderbar – aber:

  • Home Assistant muss laufen
  • WLAN + Server müssen funktionieren
  • leicht höhere Latenz

Praxisbeispiel: Treppenhauslicht mit Short/Long/Double-Press

Ein echter Klassiker aus dem Alltag: Treppenhauslicht. Du willst nicht jedes Mal wieder im Dunkeln stehen, aber du willst auch nicht, dass das Licht 2 Stunden durchballert, weil jemand einmal kurz dagegen geatmet hat.

Die Ziel-Logik:

  • Short Press → Licht 2 Minuten
  • Long Press → Licht 15 Minuten
  • Double Press → „Dauer-An“ togglen (ohne Timer)
  • erneutes Drücken verlängert jeweils den Timer

Setup:

  • Shelly Pro 1PM
  • Taster an Input 0
  • Licht an Switch 0

Lösung mit Shelly Script (Treppenhauslogik direkt im Gerät)

Hier sitzt die komplette Logik im Shelly. Kein Server, kein MQTT, keine zentrale Automation. Das Ding ist quasi dein Treppenhausrelais – nur in nerdig.

// Shelly Pro 1PM – Treppenhauslicht mit Shortpress/Longpress
// Input 0 steuert Switch 0
//
// Shortpress: Licht an für SHORT_MS (Timer wird bei erneutem Shortpress verlängert)
// Longpress:  Licht an für LONG_MS  (Timer wird bei erneutem Longpress verlängert)
// Optional Doublepress: "Dauer-An" togglen (ohne Timer)

let CFG = {
  INPUT_ID: 0,
  SWITCH_ID: 0,

  SHORT_MS: 2 * 60 * 1000,   // 2 Minuten
  LONG_MS:  15 * 60 * 1000,  // 15 Minuten

  ENABLE_DOUBLE_PRESS_ALWAYS_ON: true
};

let offTimer = null;
let alwaysOn = false;

function clearOffTimer() {
  if (offTimer !== null) {
    Timer.clear(offTimer);
    offTimer = null;
  }
}

function setSwitch(on) {
  Shelly.call("Switch.Set", { id: CFG.SWITCH_ID, on: on });
}

function startAutoOff(ms) {
  clearOffTimer();
  alwaysOn = false;

  // sicher einschalten
  setSwitch(true);

  offTimer = Timer.set(ms, false, function () {
    offTimer = null;
    // nur ausschalten, wenn nicht inzwischen "Dauer-An" aktiv wurde
    if (!alwaysOn) setSwitch(false);
  });
}

function toggleAlwaysOn() {
  clearOffTimer();
  alwaysOn = !alwaysOn;

  if (alwaysOn) {
    setSwitch(true);
  } else {
    // wenn "Dauer-An" aus, direkt in den Short-Timer zurückfallen
    startAutoOff(CFG.SHORT_MS);
  }
}

function handleButtonEvent(info) {
  // Erwartet: info.event in ["single_push","long_push","double_push", ...]
  if (!info || !info.event) return;

  if (info.event === "single_push") {
    startAutoOff(CFG.SHORT_MS);
    return;
  }

  if (info.event === "long_push") {
    startAutoOff(CFG.LONG_MS);
    return;
  }

  if (CFG.ENABLE_DOUBLE_PRESS_ALWAYS_ON && info.event === "double_push") {
    toggleAlwaysOn();
    return;
  }
}

// Event-Handler registrieren
Shelly.addEventHandler(function (ev) {
  // Für Pro-Geräte kommen Button-Events typischerweise als input:* Events
  if (!ev || !ev.info) return;

  // Filter: nur unser Input
  // ev.component kann z.B. "input:0" sein
  if (ev.component === ("input:" + CFG.INPUT_ID)) {
    handleButtonEvent(ev.info);
  }
});

print("Treppenhaus-Script aktiv: Input", CFG.INPUT_ID, "-> Switch", CFG.SWITCH_ID);

Eigenschaften dieser Lösung:

  • reagiert sofort
  • kein Server nötig
  • Timer-Verlängerung ist automatisch drin
  • Dauerlicht ist optional per Double Press
  • läuft komplett lokal – auch wenn dein Home-Server gerade „Updates macht“

Home-Assistant-Variante (zum Vergleich)

Das gleiche Prinzip geht auch in Home Assistant – dann liegt die Logik zentral. Vorteil: du kannst später ganz entspannt Sensoren, Zeitfenster, Helligkeit (Lux), Anwesenheit oder „nachts nur gedimmt“ dranhängen.

Für „Dauer-An“ nutzen wir einen Helper:

  • input_boolean.treppenhaus_dauer_an

Und als Schalt-Entity fürs Licht nehmen wir in den Beispielen:

  • switch.treppenhauslicht

Wichtig: Die Trigger unterscheiden sich je nach Gerät/Integration. Das Muster bleibt gleich – du passt nur event_type/event_data an deinen Button an (z. B. Shelly i4, Zigbee-Button, MQTT Button, etc.).

Automation: Short Press (2 Minuten)

Der Trick ist mode: restart: erneutes Drücken startet die Automation neu → der Timer verlängert sich automatisch.

alias: Treppenhauslicht - Short Press (2 Minuten)
mode: restart
trigger:
  - platform: event
    event_type: shelly_click
    event_data:
      device: shelly_taster_treppenhaus
      click_type: single
condition:
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
action:
  - service: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht
  - delay: "00:02:00"
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
  - service: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht

Automation: Long Press (15 Minuten)

alias: Treppenhauslicht - Long Press (15 Minuten)
mode: restart
trigger:
  - platform: event
    event_type: shelly_click
    event_data:
      device: shelly_taster_treppenhaus
      click_type: long
condition:
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
action:
  - service: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht
  - delay: "00:15:00"
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
  - service: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht

Automation: Double Press („Dauer-An“ togglen)

alias: Treppenhauslicht - Double Press (Dauer-An)
mode: single
trigger:
  - platform: event
    event_type: shelly_click
    event_data:
      device: shelly_taster_treppenhaus
      click_type: double
action:
  - service: input_boolean.toggle
    target:
      entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an

  - choose:
      - conditions:
          - condition: state
            entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
            state: "on"
        sequence:
          - service: switch.turn_on
            target:
              entity_id: switch.treppenhauslicht
    default:
      # Dauer-An wurde ausgeschaltet → zurück in den Short-Timer
      - service: switch.turn_on
        target:
          entity_id: switch.treppenhauslicht
      - delay: "00:02:00"
      - condition: state
        entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
        state: "off"
      - service: switch.turn_off
        target:
          entity_id: switch.treppenhauslicht

Der direkte Vergleich

Geschwindigkeit

Shelly Script gewinnt. Kein Umweg, kein MQTT, kein Server.
Der Tastendruck fühlt sich sofort an.

Zuverlässigkeit

Shelly Script gewinnt ebenfalls.
Wenn dein Home-Server rebootet oder crasht, funktionieren direkte Scripts trotzdem.

Flexibilität

Home Assistant gewinnt klar:

  • Zeitabhängige Logik
  • Sensor-Kombinationen
  • komplexe Bedingungen
  • Visualisierung

Wartbarkeit

Home Assistant ist angenehmer.
Scripts sind Code. YAML/GUI ist für viele leichter.

Skalierung

Ab ca. 20–30 Geräten wird zentrale Logik übersichtlicher.
Bei 3–10 Geräten ist Shelly Script herrlich simpel.


Meine Faustregel

Ich nutze:

  • Shelly Script, wenn:
    • Taster → Aktion
    • hohe Zuverlässigkeit
    • sofortige Reaktion
    • einfache Logik
  • Home Assistant, wenn:
    • mehrere Geräte beteiligt sind
    • Zeit / Sensoren / Zustände eine Rolle spielen
    • Visualisierung gebraucht wird

Oder anders gesagt:

Grundfunktionen dezentral, Komfort zentral.


Hardware-Empfehlungen

Die Geräte aus den Beispielen:


Fazit

Shelly Script ist kein Ersatz für Home Assistant.
Home Assistant ist kein Ersatz für Shelly Script.

Zusammen sind sie allerdings ziemlich nah an einem kleinen, lokalen Skynet – nur ohne Weltherrschaftspläne. Hoffentlich.

Wer sein Smart Home stabil, schnell und cloudfrei betreiben will, sollte beide Werkzeuge kennen und bewusst einsetzen.


Mehr lokales Smart Home

Wenn dich das Thema „lokales Smart Home ohne Cloud“ tiefer interessiert, findest du auf dem Blog schon einige passende Praxisartikel: In Shelly Direktverknüpfung – lokale Automationen ohne Cloud zeige ich, wie Geräte komplett ohne Zentrale miteinander sprechen. Wer eher aus der ioBroker-Ecke kommt, kann sich Licht automatisch einschalten beim PC-Start oder Automatisches Licht mit Blockly anschauen. Und falls du generell zwischen Zigbee, WLAN und Z-Wave schwankst, hilft vielleicht auch der Überblick in Zigbee, Z-Wave, WLAN, was MATTERs.

Smart Home ohne Cloud – lokales Smart Home mit Shelly, Zigbee & Home Assistant

Illustration mit Nerd-Zebra, das Smart-Home-Geräte aus einer Cloud befreit, Symbol für „Smart Home ohne Cloud

Ein cloudfreies Smart Home bedeutet: volle Kontrolle, weniger Abhängigkeiten, mehr Datenschutz – und deine Automationen laufen weiter, auch wenn das Internet gerade beschlossen hat, heute nicht zu arbeiten. Das hier ist der Startpunkt: Überblick, klare Empfehlungen, und ein Mix aus nerdiger Ansage und nüchterner Praxis.


Schnellnavigation


Warum ein Smart Home ohne Cloud?

Ein Smart Home ohne Cloud bedeutet volle Kontrolle über deine Geräte, keine Abhängigkeit von Hersteller-Servern und mehr Datenschutz. Außerdem funktionieren deine Automationen auch dann, wenn das Internet ausfällt. In diesem Artikel bekommst du einen Mix aus passiv-aggressivem Chat-Stil und nüchternen Erklärungen, damit du direkt weißt, wie du am besten startest.

💬 Einsteiger:
Ich will ins Smart Home einsteigen. Also… ich kauf mir erstmal eine Hue Bridge ka—

💬 Nerd-Zebra:
NEIN!

💬 Einsteiger:
Warum denn nicht? Die sieht doch voll… äh… bridge-ig aus?

💬 Nerd-Zebra:
Weil du dir damit direkt eine goldene Cloud-Handschelle anlegst. Klar, die Hue Bridge funktioniert auch halbwegs offline – aber nicht vollständig. Entertainment-Sync? Nur über Philips-Server. Neue Funktionen? Nur, wenn Philips Bock hat. Und wenn die irgendwann sagen „Tschüss, wir machen dicht“, dann sitzt du im Dunkeln – im wahrsten Sinne.

Merksatz: Wenn ein System nur mit Hersteller-Account „richtig“ funktioniert, ist es kein Smart Home – es ist ein Abo mit Lampen.


Gerätewahl: Direkt lokal starten

Wenn du Geräte kaufst, die direkt lokal funktionieren, sparst du dir spätere Umbauten und Ärger mit Cloud-Zwang. Achte beim Kauf auf: LAN-Modus, lokale API oder MQTT. Dann kannst du später entscheiden, wie „nerdig“ du es betreiben willst.

💬 Einsteiger:
Okay, dann halt ’ne smarte Steckdose von… äh… TP-L—

💬 Nerd-Zebra:
NEIN! … also, nicht unbedingt. Die meisten WLAN-Steckdosen wollen erstmal nach Hause telefonieren, bevor sie überhaupt Kaffee kochen lassen. Lieber direkt Geräte kaufen, die LAN-Modus, lokale API oder MQTT können. Zum Beispiel Shelly.

💡 Pro-Tipp: Shelly-Geräte funktionieren zwar auch „mit Cloud“, lassen sich aber sehr gut Schritt für Schritt auf lokal umstellen – perfekt für einen sanften Einstieg.

👉 Beispiel: Shelly Plus 1PM (bezahlter Link) oder Shelly Plus 2PM (bezahlter Link)

📦 Shelly ganz ohne Cloud & ohne Broker
Shellys können auch direkt miteinander kommunizieren – ohne Server oder Cloud.
➡️ Mehr dazu: Shelly Direktverknüpfung – lokale Automationen ohne Cloud

Mini-Checkliste beim Kauf:

  • Kann das Gerät auch ohne Hersteller-App gesteuert werden?
  • Gibt es eine lokale API / MQTT / LAN-Modus?
  • Funktioniert es mit Home Assistant / ioBroker / Zigbee2MQTT?

Zigbee und Alternativen

Zigbee ist ein beliebter Funkstandard fürs Smart Home. Vorteil: Geräte laufen lokal, sind meist sparsam und du kannst Hersteller mischen – wenn du sie über einen eigenen Zigbee-Controller (USB-Stick) ansteuerst.

💬 Einsteiger:
Hm. Dann hol ich mir halt den schicken Aqara Hub—

💬 Nerd-Zebra:
NEIN! … zumindest nicht, wenn er nur in der Cloud lebt. Viele Aqara-Geräte laufen super direkt über Zigbee2MQTT oder ZHA.

💡 Empfehlung: Ein USB-Zigbee-Stick ist die „Hue-Bridge, aber richtig“: Er hängt an deiner eigenen Zentrale und bleibt lokal.

👉 Klassiker: Sonoff Zigbee Dongle Plus (bezahlter Link)

Alternativen (kurz): Matter/Thread ist spannend, Z-Wave ist solide, WLAN-Geräte sind bequem – aber Zigbee ist oft der beste Mix aus Preis, Auswahl und Lokalbetrieb.


Die Schaltzentrale

Deine Schaltzentrale ist das Gehirn deines Smart Homes. Hier laufen Daten zusammen, hier definierst du Automationen, und hier entscheidest du, ob dein Zuhause „smart“ oder nur „fernsteuerbar“ ist.

💬 Einsteiger:
Aber ohne Cloud geht doch gar nix?

💬 Nerd-Zebra:
Doch. Du brauchst nur eine lokale Schaltzentrale – quasi das Gehirn deines Smart Homes:

  • Home Assistant Green (hier bei Amazon (bezahlter Link)) – einfach, solide, wenig Bastelstress
  • Raspberry Pi 4 (Raspi 4 Kit bei Amazon (bezahlter Link)) – flexibel, aber „Pi-Dinge“ passieren
  • Mini-PC / Homelab (HP Mini-PC, meine Empfehlung (bezahlter Link)) – wenn du eh schon Proxmox/Homelab spielst
  • ioBroker – wenn du eher „Blockly & Skripte“ magst (und ja: kann auch lokal)

💡 Nerd-Seitenhieb: Hast du noch ein altes Notebook rumliegen? Auch das kannst du mit Linux aufsetzen und dann Home Assistant oder ioBroker installieren.

Cloud → Lokal umziehen (Prinzip):

  1. Gerät einmal „normal“ einrichten (damit es läuft)
  2. Cloud-Funktionen deaktivieren (wenn möglich)
  3. Lokale Steuerung aktivieren (MQTT / lokale API / Direktverknüpfung)
  4. Automationen in der eigenen Zentrale bauen (nicht in der Hersteller-App)

Kompatibilität mit Hue-Lampen

Viele Hue-Lampen funktionieren auch ohne Hue-Bridge, wenn du sie mit einem Zigbee-Stick direkt an deine Zentrale koppelst. Das spart Geld und verhindert Cloud-Zwang (und du kaufst nicht aus Versehen ein Ökosystem mit Handschellen).

💬 Einsteiger:
Und wenn ich doch mal Hue-Lampen will?

💬 Nerd-Zebra:
Kein Problem – kauf die nackten Lampen, nicht die Bridge. Steck einen Zigbee-USB-Stick an deine Zentrale, fertig.

👉 Empfehlung: Sonoff Zigbee Dongle Plus (bezahlter Link)


Empfohlene Starter-Setups (2026)

Hier sind drei Pakete – je nach Mutlevel. Das Ziel ist: schnell starten, später nerdiger werden, ohne alles neu zu kaufen.

🟢 Minimal – Einstieg ohne Bastelstress

Für: Licht, Steckdosen, erste Automationen. Vorteil: schnell, stabil, wenig Frust.

🟡 Komfort – „Ich will mehr als nur Licht“

Für: Licht + Rollläden + Sensoren + erste „Wenn X dann Y“-Automationen.

🔴 Nerd – „lokal, robust, ausbaufähig“

  • Kleiner (oder großer) 19″ Server
  • USB-Zigbee-Stick (z. B. Sonoff Zigbee Dongle Plus (bezahlter Link))
  • Geräte nach Bedarf (z. B. Shelly Plus 1PM (bezahlter Link), Shelly Plus 2PM (bezahlter Link) oder direkt KNX (bezahlter Link))
  • Optional: MQTT-Broker (lokal), getrennte VLANs, Backup-Konzept

Für: Homelab, viele Geräte, Stabilität, Netzwerk-Segmentierung, „läuft auch ohne Internet“ als echtes Feature.


Weiterführende Guides

Hier geht’s tiefer rein – das ist der Teil, wo aus „Fernbedienung“ echte Automatisierung wird:


Fazit

Ein Smart Home ohne Cloud ist kein Luxusprojekt für Technik-Mönche mit Aluhut, sondern schlicht die vernünftigste Art, sein Zuhause „smart“ zu machen. Du behältst die Kontrolle, deine Automationen funktionieren auch ohne Internet und du bist nicht davon abhängig, ob ein Hersteller morgen noch existiert oder übermorgen sein Abo verdoppelt.

Mit lokalen Geräten wie Shelly, einem eigenen Zigbee-Stick und einer Zentrale wie Home Assistant oder ioBroker baust du dir kein Spielzeug, sondern eine Infrastruktur. Die wächst mit, lässt sich umbauen und gehört am Ende dir – nicht irgendeiner App.

Ja, der Einstieg ist minimal technischer als „App installieren, Account anlegen, fertig“. Aber dafür bekommst du ein System, das nicht bei der ersten Serverstörung dumm aus der Wäsche guckt und bei dem „Smart“ mehr bedeutet als nur „per Handy schalten“.

Kurz gesagt:
Cloud-Smart-Home ist bequem.
Lokales Smart Home ist souverän.

Und ganz ehrlich: Wenn schon Nerd-Hobby, dann bitte mit Kontrolle, Stabilität und der beruhigenden Gewissheit, dass dein Lichtschalter nicht in Kalifornien wohnt.

Shelly 1PM Gen3 vs. Gen4 – lohnt sich das Upgrade wirklich?

Zebra-Avatar hält Waage mit Shelly 1PM Gen3 und Gen4 im Vergleich

Der Vergleich zwischen Shelly 1PM Gen3 und Gen4 wirkt auf den ersten Blick simpel: neue Generation, neue Protokolle, also automatisch besser – oder? Genau das wollte ich nicht einfach glauben, sondern messen, ausprobieren und im Alltag testen. Das hier ist kein Datenblatt-Abgleich, sondern ein Praxisvergleich mit echten Messwerten, echten Problemen und ehrlichen Eindrücken.


Testaufbau & Rahmenbedingungen

Getestet wurden jeweils ein Shelly 1PM Gen3 und ein Shelly 1PM Gen4 unter identischen Bedingungen:

Ziel war es, Unterschiede nicht zu fühlen, sondern nachvollziehbar zu sehen.


Standby-Verbrauch – die stille Grundlast

Standby-Verbrauch ist die heimliche Steuer auf jedes Smart‑Home. Klingt nach Peanuts, summiert sich aber gnadenlos, wenn man nicht nur einen Shelly verbaut, sondern zehn, zwanzig oder irgendwann den Punkt erreicht, an dem man sich fragt, warum der Sicherungskasten eigentlich warm ist.

Shelly 1PM Gen3

  • WLAN aktiv, Bluetooth aus: 0,5 W
  • WLAN + Bluetooth: 0,6 W

Shelly 1PM Gen4

  • WLAN only: 0,6 W
  • WLAN + Bluetooth (Matter-Modus): 0,6 W
  • Zigbee-Modus: 0,6 W

➡️ Ergebnis: Kein Effizienz‑Level‑Up. Gen4 ist hier nicht sparsamer, sondern schlicht gleichauf.

Spannungs- und Frequenzmessung

QuelleSpannungFrequenz
Shelly Gen3235,5 V50 Hz
Shelly Gen4235,5 V49,95 Hz
Externes Messgerät236 V50 Hz

Die Abweichungen liegen im absolut normalen Bereich. Beide Generationen messen sauber und konsistent.


Leistungsaufnahme der Test-LED-Lampe – wer misst, misst Mist?

Der Klassiker: Drei Messstellen, drei leicht unterschiedliche Werte. Genau deshalb ist dieser Punkt spannend – und ehrlich gesagt auch der, an dem viele Tests einfach abbrechen.

Shelly 1PM Gen3

  • Shelly-Anzeige: 9,8 W (stabil wie ein Metronom)
  • Externes Messgerät: 10,3 W (inkl. ca. 0,5 W Eigenverbrauch)
  • Beobachtung: Das externe Messgerät driftet sichtbar, der Shelly bleibt stoisch gelassen

Shelly 1PM Gen4

  • zigbee2mqtt: 8 W
  • Shelly App: 9,4 W, pendelt sich von 9,6 W ein
  • Externes Messgerät: 10,2 W inkl. Shelly

➡️ Ergebnis: Die Messwerte sind plausibel, aber das verwendete Protokoll entscheidet, welche „Wahrheit“ man zu sehen bekommt.

Temperaturverhalten

Shelly 1PM Gen3

  • stabil bei ca. 34 °C
  • Wärmeschwerpunkt mittig im Gehäuse

Shelly 1PM Gen4

  • ca. 38 °C
  • ebenfalls zentraler Wärmeschwerpunkt

➡️ Ergebnis: Kein thermisches Problem bei beiden Geräten, Gen4 liegt leicht höher, aber völlig unkritisch.


Einrichtung & App-Erfahrung – hier trennt sich Nerd von Normalnutzer

Hier verlässt der Test den gemütlichen Messlabor‑Bereich und landet mitten im echten Alltag.

Gen3:

  • hinzufügen, fertig
  • keine Überraschungen
  • genau so, wie man es erwartet

Gen4:

  • Gerät wird sofort von App und Matter erkannt
  • Kopplung dauert… und dauert… und bricht ab
  • Konfiguration nur über den Access Point (192.168.33.1)
  • selbst nach bestehender WLAN‑Verbindung kein normales Hinzufügen
  • App springt immer wieder zurück zu „Raum wählen“
  • Firmware‑Update: keine Besserung

Ein Teil des Problems lag darin, dass das Smartphone noch im Shelly‑AP hing. Nach dem Wechsel ins Heimnetz war ein Hinzufügen per IP‑Scan möglich – technisch korrekt, nutzerseitig aber alles andere als elegant. Besonders pikant: Das gleiche Verhalten zeigte sich bereits beim Shelly Power Strip 4 Gen4.

➡️ Kurz gesagt: Die Hardware ist bereit für die Zukunft, die App stolpert noch darüber.

Matter & Zigbee – Licht und Schatten

Matter (Alexa):

  • nur Ein/Aus verfügbar
  • keine Verbrauchs- oder Leistungsanzeige

Zigbee (zigbee2mqtt):

  • Kopplung in ca. 3 Sekunden
  • sofort vollständig integriert
  • alle Leistungs- und Verbrauchswerte verfügbar

➡️ Die Hardware kann es – das Ökosystem entscheidet.


Preisvergleich – der oft übersehene Punkt

Preise direkt aus dem Shelly Shop (keine UVP, echte Verkaufspreise):

  • 1PM Gen3: 20,83 €
  • 1PM Gen4: 24,99 €

Klingt harmlos, wird aber schnell relevant:

  • bei 10 Geräten sind das fast 50 € Unterschied
  • Geld, das bei Gen3 fast zwei weitere Shellys ermöglicht

Amazon (Stand Testzeitpunkt):

➡️ Gen4 kostet hier fast das Doppelte.


Hardware & Verpackung

  • Gen3 und Gen4 sind exakt gleich groß
  • Unterschiede nur:
    • Aufdruck „Gen3 / Gen4″
    • andersfarbige Anschlussterminals

Die Gen4-Verpackung ist spürbar größer, obwohl das Gerät selbst identisch bleibt. Vermutlich kein technisches Upgrade, sondern ein Regal-Upgrade: aufhängbar, sichtbarer, handelsfreundlicher.

Shelly Gen3 und Gen4 im Vergleich – größere Verpackung bei gleicher Gerätegröße

Persönliches Fazit – nüchtern, ehrlich, ohne Marketingbrille

Wenn man Matter oder Zigbee nicht explizit benötigt, sehe ich aktuell keinen rationalen Grund, vom Shelly 1PM Gen3 auf Gen4 zu wechseln.

  • kein Vorteil beim Standby‑Verbrauch
  • keine messbar bessere Genauigkeit
  • leicht höhere Temperatur
  • deutlich höhere Kosten
  • spürbar schlechtere Ersteinrichtung

Gen4 ist kein schlechtes Gerät. Im Gegenteil: Mit Zigbee2MQTT zeigt es, was in ihm steckt. Aber im klassischen WLAN‑Shelly‑Setup fühlt sich Gen3 derzeit einfach runder, entspannter und erwachsener an.

Oder anders gesagt: Gen4 ist das sportliche Konzeptauto mit Zukunftstechnik – Gen3 der zuverlässige Daily Driver, der morgens einfach startet.


Wenn es um Zigbee geht, würde ich inzwischen zu Ubisys greifen. Die sind zwar teurer aber sind dafür perfekt daran angepasst inkl. sehr vielen Datenpunkten. Wie z.B. der Ubisys D1-R.

Shelly Direktverknüpfung – lokale Automationen ohne Cloud (mit Beispiel)

Illustration eines magischen Zebras im Zauberer-Outfit, das mit einem Zauberstab zwei Shelly-Geräte miteinander verknüpft. Zwischen den Geräten fliegen leuchtende Symbole – Symbolbild für Shelly Direktverknüpfung ohne Cloud.

In vielen Smart-Home-Setups sind Shelly-Geräte per ioBroker, Home Assistant oder über die Shelly Cloud vernetzt. Was aber viele nicht wissen: Shellys können direkt miteinander kommunizieren – ohne Cloud, ohne Zentrale, rein lokal. Das nennt sich Shelly Direktverknüpfung und ermöglicht schnelle, zuverlässige Automationen.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du zwei Shelly-Geräte direkt miteinander verknüpfst. Bei einem Tasterdruck auf Gerät A wird ein Ausgang auf Gerät B umgeschaltet. Einfach, elegant und ganz ohne Zusatzsoftware.


Was ist eine Shelly Direktverknüpfung?

Eine Shelly Direktverknüpfung ist eine lokale Automation zwischen zwei oder mehr Shelly-Geräten, die direkt über HTTP oder MQTT kommunizieren – ohne Cloud, Server oder Smart-Home-Zentrale. Das Ganze funktioniert mithilfe von Shelly Skripten (basierend auf JavaScript).

Im Vergleich zu klassischen Smart-Home-Systemen wie KNX ist Shelly:

SystemVorteileNachteile
ShellyEinfach konfigurierbar, kostengünstig, flexibelWeniger Echtzeitfähig, abhängig vom WLAN
KNXStabil, normiert, kabelgebunden, extrem zuverlässigTeuer, aufwendige Einrichtung, proprietäres ETS-Tool

Tipp: Eine gute Einführung zu KNX gibt’s z. B. bei Wikipedia


Voraussetzungen

  • 2x Shelly-Geräte mit Skriptunterstützung (z. B. Shelly Plus, Pro oder Gen2-Modelle wie Shelly 1PM, 2PM etc.) – z. B. Shelly 2PM bei Amazon (bezahlter Link)
  • Beide Geräte im selben lokalen Netzwerk
  • Statische IPs empfohlen (z. B. 192.168.1.10 und 192.168.1.11)
  • Auf dem „Sender“ muss ein Taster konfiguriert sein

Hinweis: Der Detached-Modus ist empfohlen, damit das Skript die volle Kontrolle über das Relaisverhalten hat. Alternativ können auch Modi wie „Toggle“ oder „Edge“ verwendet werden – dabei wird das lokale Relais jedoch zusätzlich zum Skript ausgelöst, was je nach Anwendungsfall erwünscht oder störend sein kann. (Input im Detached-Modus)


Das Beispiel: Taster schaltet Relais

Schematische Darstellung einer Shelly Direktverknüpfung: Ein Eingabegerät mit Skript sendet per HTTP-Befehl ein Signal an ein Relais auf einem zweiten Shelly-Gerät.

Ziel:

Ein Taster an Shelly A (Input 0) soll den zweiten Ausgang von Shelly B toggeln (also ein-/ausschalten).

Schritt 1: Taster richtig konfigurieren

Auf dem Shelly A:

  • Gehe zu Inputs → Input 0
  • Modus: Detached
  • Button type: Momentary

Schritt 2: Script einfügen

Navigiere auf die Weboberfläche vom Shelly A zu Scripts → Add new script. Gib dem Script einen Namen, z. B. toggle_remote_output, und füge folgenden Code ein:

Shelly.addEventHandler(function (event) {
  if (event.component === "input:0" && event.info.event === "single_push") {
    Shelly.call("HTTP.GET", {
      url: "http://192.168.1.11/rpc/Switch.Toggle?id=1"
    });
  }
});

Hinweis: id=1 steht für den zweiten Relaisausgang. Wenn du den ersten schalten willst, nutze id=0.

Schritt 3: Script aktivieren & testen

  • Speichern
  • Auf „Enable“ klicken
  • Jetzt den Taster betätigen – das Relais am zweiten Shelly sollte sofort schalten

Weiteres Beispiel: Temperaturgesteuerte Lüftersteuerung

Mit dem Shelly Add-On (bezahlter Link) und einem DS18B20-Temperatursensor lassen sich einfache Klima-Automatiken realisieren:

Ziel:

Wenn die Temperatur über 26 °C steigt, wird der Lüfter (an einem Shelly Plug oder Relais) eingeschaltet. Sinkt sie unter 24 °C, geht er wieder aus.

Shelly Script:

Timer.setInterval(10000, function () {
  let temp = Shelly.getComponentStatus("temperature:0").tC;
  if (temp > 26) {
    Shelly.call("HTTP.GET", { url: "http://192.168.1.11/rpc/Switch.Set?id=0&on=true" });
  } else if (temp < 24) {
    Shelly.call("HTTP.GET", { url: "http://192.168.1.11/rpc/Switch.Set?id=0&on=false" });
  }
});

Hinweis: Der Temperatursensor muss korrekt unter „Temperature → temperature:0“ erkannt werden.


Alternativen zur Shelly Direktverknüpfung

Wenn du lieber komplexe Logiken, Logging oder Visualisierung brauchst:

SystemVorteileNachteile
ioBrokerExtrem flexibel, viele Adapter, VisualisierungKomplexer Einstieg, mehr Wartung
Home AssistantBenutzerfreundlich, große CommunityHardware nötig, YAML-Konfiguration
MQTT-onlySchneller, leichtgewichtigKein Frontend, alles manuell

Trotzdem: Für einfache Aufgaben wie Taster → Relais ist Shelly Direktverknüpfung oft die einfachste und robusteste Lösung.


Fazit

Die Shelly Direktverknüpfung ist eine schlanke, direkte Methode, um Geräte lokal miteinander zu vernetzen. Ohne Cloud, ohne Zentrale – aber mit voller Kontrolle. Ideal für alle, die ihr Smart Home einfach und lokal betreiben wollen.

👉 Du willst mehr als nur „per App schalten“? Dann wirf einen Blick auf „Echtes Smart Home – Automatisierung statt Fernbedienung“ – dort zeige ich, warum echte Automatisierung so viel mehr kann als Fernbedienungs-Klickerei.

Weitere Beispiele wie Long-Press-Szenen usw. folgen im nächsten Teil. Wenn du spezielle Anwendungsfälle oder Wunsch-Skripte hast, schreib sie gern in die Kommentare – ich greife sie gern in zukünftigen Beiträgen auf.

Zigbee, Z-Wave, WLAN, what MATTERs – Vor- und Nachteile der Smart-Home-Übertragungsprotokolle

Zebra-Avatar in Denkerpose mit Symbolen für Zigbee, Z-Wave, WLAN, Matter, ioBroker und Home Assistant – Smart-Home-Protokolle im Vergleich

Das Smart Home boomt – aber mit welchem Übertragungsprotokoll? Zigbee, Z-Wave, WLAN oder Matter: Jedes hat seine Stärken und Schwächen. Wer ein zuverlässiges, sicheres und zukunftssicheres Smart Home aufbauen möchte, sollte wissen, worauf er sich einlässt.


Zigbee – Der Platzhirsch im Smart Home

Zigbee ist eines der am weitesten verbreiteten Funkprotokolle für Smart-Home-Geräte. Es arbeitet im 2,4-GHz-ISM-Band, ähnlich wie WLAN und Bluetooth, und nutzt ein Mesh-Netzwerk: Netzstrombetriebene Geräte (z. B. Steckdosen) fungieren als Repeater, wodurch das Netz mit jedem neuen Gerät stabiler wird.

✅ Vorteile

  • Stabiles Mesh-Netzwerk: Je mehr Geräte, desto besser die Reichweite.
  • Sehr energieeffizient: Perfekt für batteriebetriebene Sensoren (Temperatur, Fensterkontakte).
  • Breite Gerätevielfalt: Von günstigen Tuya-Sensoren (bezahlter Link) bis zu hochwertigen Philips Hue Lampen (bezahlter Link).
  • Lokale Steuerung möglich: Mit Gateways wie Zigbee2MQTT völlig ohne Cloud.

❌ Nachteile

  • Kanalüberschneidungen mit WLAN:
    Zigbee nutzt Kanäle von 11 bis 26, die sich mit WLAN (2,4 GHz) überschneiden.
    • WLAN-Kanal 1 überlappt stark mit Zigbee-Kanal 11–15
    • WLAN-Kanal 6 überlappt mit Zigbee 16–20
    • WLAN-Kanal 11 überlappt mit Zigbee 21–24
      Lösung: Zigbee am besten auf Kanal 25 oder 26 setzen (weniger Störungen, aber kürzere Reichweite) und WLAN auf Kanal 1 oder 6 fixieren.
  • Viele Implementierungen: Tuya, Ikea, Hue – nicht immer voll kompatibel.
  • Gateway nötig: Ohne Zigbee-Bridge oder Stick geht es nicht.

📌 Tipp: Ein Sonoff Zigbee 3.0 USB Stick (bezahlter Link) in Kombination mit Zigbee2MQTT oder Home Assistant ist eine günstige und flexible Lösung.


Z-Wave – Der Profi für stabile Installationen

Z-Wave ist das Premium-Protokoll für smarte Gebäude. Es funkt im sub-GHz-Band (868 MHz in Europa), wodurch es kaum von WLAN, Zigbee oder Bluetooth gestört wird. Der Fokus liegt auf Zuverlässigkeit und Kompatibilität – ideal für eine dauerhafte Hausinstallation.

✅ Vorteile

  • Kaum Störungen: 868 MHz ist fast ungenutzt, dadurch sehr stabile Funkverbindungen – auch durch dicke Wände.
  • Profi-Mesh: Jeder netzbetriebene Aktor fungiert als Repeater. Mit 5–10 Aktoren hast du ein extrem stabiles Netz.
  • Strenge Zertifizierung: Geräte sind fast immer untereinander kompatibel – anders als bei Zigbee, wo Hersteller oft eigene Lösungen kochen.
  • Lokale Steuerung ohne Cloud: Z-Wave ist von Haus aus lokal, keine Server in China nötig.
  • Sinnvoll bei fest verbauten Aktoren: Vor allem bei Hutschienen-Aktoren oder Unterputzmodulen, die jahrelang zuverlässig laufen müssen.

❌ Nachteile

  • Teurer: Ein Z-Wave-Aktor kostet oft 2–3× mehr als ein Zigbee-Pendant.
  • Weniger Gerätevielfalt: Gerade bei günstigen Sensoren hinkt Z-Wave hinterher.
  • Langsamere Datenrate: Für Sensoren ideal, aber nicht für Video- oder Audioübertragung.
  • Gateway nötig: Auch Z-Wave braucht einen Stick oder Hub (z. B. Aeotec Z-Stick 7 (bezahlter Link)).

Shelly und Z-Wave – warum das Sinn macht

Shelly war bisher vor allem für WLAN-Relais bekannt, doch es gibt inzwischen Z-Wave-Modelle, und die machen gerade bei Hutschienen-Aktoren extrem Sinn:

  • Hohe Zuverlässigkeit: Ein Shelly Pro 1PM auf WLAN kann bei WLAN-Ausfällen Probleme machen, während ein Shelly Qubino Wave 1 über Z-Wave unabhängig vom Heimnetz stabil weiterarbeitet.
  • Kein WLAN-Gefrickel: In Schaltschränken ist der WLAN-Empfang oft schlecht – Z-Wave hat dank 868 MHz eine deutlich bessere Reichweite.
  • Ideal für sicherheitsrelevante Funktionen: Heizungssteuerung, Pumpen oder smarte Rollläden profitieren von der garantierten lokalen Z-Wave-Kommunikation.
  • Einfache Integration: Shelly Z-Wave-Geräte funktionieren problemlos in Z-Wave-Hubs wie Home Assistant, ioBroker oder Fibaro.

👉 Beispiel: Shelly Wave Pro 1PM (bezahlter Link) – ideal für Hutschienenmontage.


WLAN – Einfach, aber nicht immer smart

Viele günstige Geräte (z. B. Shelly-Relais (bezahlter Link) oder Tasmota-Module) setzen auf klassisches WLAN. Der Vorteil: Du brauchst kein zusätzliches Gateway.

✅ Vorteile

  • Keine zusätzliche Hardware: Direkt mit dem Router verbunden.
  • Hohe Bandbreite: Perfekt für Kameras oder Video-Türklingeln.
  • Viele DIY-Möglichkeiten: ESP8266/ESP32-basierte Module sind günstig und flashbar.

❌ Nachteile

  • Hoher Energieverbrauch: Batteriebetriebene Sensoren sind mit WLAN keine gute Idee.
  • Belastet dein Heimnetz: Viele WLAN-Geräte können billige Router an ihre Grenzen bringen.
  • Cloud-Pflicht bei Billig-Geräten: Viele günstige Hersteller speichern Daten in der Cloud – ein Risiko für Datenschutz und Stabilität.

Matter – Kein eigenes Funkprotokoll, aber der Zukunfts-Standard

Matter wird oft missverstanden: Es ist kein Funkprotokoll wie Zigbee oder Z-Wave, sondern ein gemeinsamer Applikations-Layer für Smart-Home-Geräte. Es läuft über bestehende Übertragungswege wie WLAN, Ethernet oder Thread (eine Zigbee-ähnliche Mesh-Technik).

✅ Vorteile

  • Herstellerübergreifend: Google, Apple, Amazon, Philips – alle ziehen (theoretisch) an einem Strang.
  • Lokale Steuerung: Matter setzt auf lokale Kommunikation statt auf Cloud-Zwang.
  • Zukunftssicher: Updates und Zertifizierungen sollen langfristig für stabile Kompatibilität sorgen.

❌ Nachteile

  • Noch jung: Viele Geräte sind noch buggy oder benötigen Firmware-Updates.
  • Nicht alles wird Matter: Alte Zigbee- und Z-Wave-Geräte lassen sich nur über Bridges einbinden.
  • Thread-Hardware nötig: Matter über Thread braucht neue Chips.

Mehr Infos findest du auf der offiziellen Matter-Seite.


Junger Zebra-Avatar spielt mit Bausteinen, auf denen Logos von Zigbee, Z-Wave, Matter, ioBroker und Home Assistant zu sehen sind

KNX und Loxone – Die Königsdisziplin für fest installierte Smart Homes

Wer sein Smart Home nicht nur nachrüsten, sondern professionell und dauerhaft installieren möchte, kommt an KNX und Loxone kaum vorbei. Beide Systeme setzen nicht auf Funk, sondern auf drahtgebundene Bus-Systeme – ideal für Neubauten oder größere Sanierungen.

✅ Vorteile

  • Maximale Zuverlässigkeit: Kabelgebundene Bus-Systeme sind immun gegen Funkstörungen.
  • Sehr lange Lebensdauer: KNX gilt als Industriestandard und läuft oft jahrzehntelang stabil.
  • Unabhängig vom Internet: Keine Cloud, keine Ausfälle durch Router-Probleme.
  • Unendliche Erweiterbarkeit: Besonders KNX ist extrem modular und unterstützt hunderte Hersteller.

❌ Nachteile

  • Teuer und komplex: Sowohl KNX als auch Loxone sind nichts für „Plug & Play“.
  • Planung notwendig: Perfekt für Neubauten, aber im Altbau oft aufwendig.
  • Weniger Bastelspaß: KNX ist hochstandardisiert, Loxone stark an eigene Hardware gebunden.

KNX oder Loxone?

  • KNX ist der offene Industriestandard mit enormer Gerätevielfalt und langer Historie.
  • Loxone ist eher ein komplettes System aus einer Hand, leichter zu konfigurieren, aber weniger flexibel.

👉 Wer ernsthaft baut oder saniert, sollte überlegen, eine KNX-Busleitung vorzusehen – selbst wenn sie erst Jahre später genutzt wird.


Fazit: Welches Protokoll passt zu dir?

  • Viele günstige Sensoren und Bastelprojekte? → Zigbee.
  • Stabile Profi-Installationen (z. B. Hutschiene, Rollläden)? → Z-Wave, vor allem mit Shelly-Qubino-Aktoren.
  • Einfaches Basteln ohne Gateway? → WLAN (aber am besten lokal mit MQTT).
  • Zukunftssicher und herstellerübergreifend? → Matter.

Am Ende gibt es kein „One fits all“. Die meisten Smart Homes sind Mischsysteme: Zigbee oder Z-Wave für Sensoren, WLAN für komplexe Geräte, Matter für neue Anschaffungen, KNX/Loxone für Neubauprojekte. Die eigentliche Magie entsteht aber erst durch Smart-Home-Zentralen wie ioBroker oder Home Assistant. Diese Systeme fungieren als Brücke zwischen den Protokollen und ermöglichen es, Zigbee-Lampen, Z-Wave-Rollläden, WLAN-Kameras und sogar KNX-Aktoren in einem einzigen Automatisierungssystem zu vereinen – inklusive komplexer Regeln, Dashboards und Cloud-freier Steuerung.

Shelly Gen 3 VS Gen 4 – Lohnt sich das Upgrade?

Einleitung

Shelly hat mit der vierten Generation seiner beliebten Smart-Home-Relais ein großes Upgrade veröffentlicht. Die wichtigsten Neuerungen: Matter-Zertifizierung, Apple HomeKit-Unterstützung und Multi-Protokoll-Konnektivität (WLAN, Bluetooth & Zigbee). Doch wer gewinnt beim Duel Shelly Gen 3 VS Gen 4?

Doch was genau unterscheidet Shelly Gen 3 von Shelly Gen 4? Lohnt sich ein Upgrade, oder kannst du weiterhin auf die bewährten Gen 3-Modelle setzen? In diesem Beitrag findest du alle Unterschiede im Detail!

Shelly Relais

Die wichtigsten Neuerungen von Shelly Gen 4

Multi-Protokoll-Konnektivität: WLAN, Bluetooth & Zigbee

Während Shelly Gen 3 nur WLAN & Bluetooth bot, ist Gen 4 zusätzlich mit Zigbee 3.0 ausgestattet. Dadurch kannst du Shelly Gen 4 nicht nur ins WLAN einbinden, sondern auch in ein Zigbee-Mesh – perfekt für größere Smart-Home-Setups!

💡 Zigbee-Repeater-Funktion: Shelly Gen 4 erweitert dein Zigbee-Netzwerk automatisch, indem er als Mesh-Knoten agiert.


Matter-Zertifizierung – Zukunftssicher für dein Smart Home

Shelly Gen 4 ist offiziell Matter-zertifiziert. Das bedeutet, dass du dein Smart-Home-System herstellerübergreifend steuern kannst – egal ob über Google Home, Amazon Alexa oder Apple HomeKit.

💡 Matter sorgt für bessere Kompatibilität: Du kannst Shelly Gen 4 direkt in Matter-fähige Systeme einbinden, ohne Cloud-Zwang!


Offizielle Apple HomeKit-Unterstützung

Ein großer Schritt nach vorne: Shelly Gen 4 funktioniert jetzt mit Apple HomeKit. Du kannst deine Shelly-Geräte mit der Apple Home-App oder per Siri steuern – ohne Umwege über Drittanbieter-Integrationen.

📌 Shelly Gen 3 funktioniert nicht mit Apple HomeKit, während Gen 4 diese Unterstützung von Haus aus mitbringt.


Verbesserte Energieeffizienz & optimierte Antennen

  • Geringerer Stromverbrauch: Shelly Gen 4 benötigt weniger als 1 W (statt bis zu 1.2 W bei Gen 3).
  • Bessere WLAN- & Bluetooth-Reichweite: Die Antennen wurden für stabilere Verbindungen optimiert.

Technische Detailunterschiede – Shelly Gen 3 vs. Shelly Gen 4

Shelly 1 Gen 3 vs. Shelly 1 Gen 4

Der Shelly 1 Gen 4 bietet Matter, Zigbee und eine bessere Antenne.

FeatureShelly 1 Gen 3Shelly 1 Gen 4
ChipESP-Shelly-C38FESP-Shelly-C68F
Multi-ProtokollWLAN, BluetoothWLAN, Bluetooth, Zigbee
Matter-Zertifiziert❌ Nein✅ Ja
Apple HomeKit❌ Nein✅ Ja
Power Consumption<1.2 W<1 W
KlemmenfarbeSchwarzGrau
Abmessungen (H x B x T)37 x 42 x 16 mm37 x 42 x 16 mm

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Shelly 1PM Gen 3 vs. Shelly 1PM Gen 4

📌 Shelly 1PM Gen 4 bietet Matter, Zigbee und eine effizientere Verbrauchsmessung.

FeatureShelly 1PM Gen 3Shelly 1PM Gen 4
ChipESP-Shelly-C38FESP-Shelly-C68F
Multi-ProtokollWLAN, BluetoothWLAN, Bluetooth, Zigbee
Matter-Zertifiziert❌ Nein✅ Ja
Apple HomeKit❌ Nein✅ Ja
Power Consumption<1.2 W<1 W
KlemmenfarbeSchwarzGrau
Abmessungen (H x B x T)37 x 42 x 16 mm37 x 42 x 16 mm

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Shelly 1 Mini Gen 3 vs. Shelly 1 Mini Gen 4

📌 Shelly 1 Mini Gen 4 ist Matter-fähig und bietet eine verbesserte Funkreichweite.

FeatureShelly 1 Mini Gen 3Shelly 1 Mini Gen 4
ChipESP-Shelly-C38FESP-Shelly-C68F
Multi-ProtokollWLAN, BluetoothWLAN, Bluetooth, Zigbee
Matter-Zertifiziert❌ Nein✅ Ja
Apple HomeKit❌ Nein✅ Ja
Power Consumption<1.2 W<1 W
KlemmenfarbeSchwarzGrau
Abmessungen (H x B x T)32 x 35 x 11 mm32 x 35 x 11 mm

👉 Jetzt kaufen: Shelly 1 Mini Gen 3 auf Amazon (bezahlter Link)


Fazit: Shelly Gen 3 oder 4 – Was ist die bessere Wahl?

Hast du bereits Shelly Gen 3?
→ Kein zwingendes Upgrade nötig, es sei denn, du brauchst Zigbee oder Matter.

Willst du Apple HomeKit nutzen?
Dann ist Shelly Gen 4 alternativlos, da Shelly Gen 3 kein HomeKit unterstützt.

Bist du neu im Smart Home?
Greife direkt zu Shelly Gen 4, weil du damit für Matter & Zigbee gerüstet bist.

Brauchst du eine stabile Verbindung mit Zigbee?
→ Shelly Gen 4 agiert als Zigbee-Repeater, während Gen 3 nur WLAN & Bluetooth kann.

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Matter benötigt zwingend IPv6. Wie du IPv6 unter Proxmox einrichtest, erfährst du hier.

Einen direkten Vergleich zwischen dem Shelly 1PM Gen3 und dem Shelly 1PM Gen4 findest du in meinem Praxistest.


Was denkst du? Lohnt sich für dich ein Upgrade auf Shelly Gen 4? Schreib es in die Kommentare!