Shelly Script oder Home Assistant – was ist besser fürs Smart Home?

Zeraphys Avatar zeigt Shelly Direktverknüpfung und Home Assistant im Vergleich

Smart Home kann herrlich einfach sein – oder herrlich kompliziert. Manchmal sogar beides gleichzeitig. 😄

Eine der häufigsten Fragen dabei:

Baue ich meine Logik direkt im Shelly (per Script) oder über eine Zentrale wie Home Assistant?

Ich nutze beides – und genau darum geht es hier: ein ehrlicher Praxis-Vergleich, inklusive echten Beispielen aus dem Alltag.


Zwei Philosophien: lokal vs. zentral

🧠 Shelly Script – das Gehirn sitzt im Gerät

Bei Shelly Scripts läuft die komplette Logik direkt auf dem Gerät.
Ein Taster weiß selbst, was er tun soll. Kein Server, kein Broker, kein Mittelsmann.

Eigenschaften:

  • läuft direkt auf dem Shelly
  • funktioniert auch ohne WLAN-Internet
  • extrem schnell (Millisekunden)
  • keine Abhängigkeit von Home Assistant / ioBroker
  • JavaScript statt Blockly

Kurz gesagt: Smart Home auf Geräteebene.


🏠 Home Assistant – das Smart-Home-Betriebssystem

Home Assistant ist das komplette Gegenmodell:

  • zentrale Logik
  • visuelle Automationen
  • Geräte unterschiedlichster Hersteller
  • komplexe Bedingungen, Zeitpläne, Sensoren, Szenen
  • Historie, Dashboards, Backups

Kurz gesagt: Smart Home als Betriebssystem.


Praxisbeispiel: Ein Taster schaltet zwei Relais

Setup:

  • Shelly i4 (4-fach Taster)
  • anderer Shelly mit 2 Relais
  • Ziel: Wenn Taster 4 gedrückt wird → beide Relais toggeln

Lösung mit Shelly Script (direkt im Gerät)

Das folgende Script läuft direkt auf dem Taster-Shelly.
Die IP-Adresse und IDs sind bewusst generisch gehalten:

let TARGET_IP = "192.168.0.100"; // Ziel-Shelly

Shelly.addEventHandler(function (event) {
  if (event.name !== "input" || !event.info) return;

  // 4. Taster
  if (event.info.id !== 3) return;

  // i4 sendet "toggle" Events
  if (event.info.event !== "toggle") return;

  // Nur bei Tastendruck (nicht beim Loslassen)
  if (event.info.state !== true) return;

  // Relais 0 toggeln
  Shelly.call("HTTP.GET", {
    url: "http://" + TARGET_IP + "/rpc/Switch.Toggle?id=0"
  });

  // Relais 1 toggeln
  Shelly.call("HTTP.GET", {
    url: "http://" + TARGET_IP + "/rpc/Switch.Toggle?id=1"
  });
});

Eigenschaften dieser Lösung:

  • reagiert sofort
  • keine Zentrale nötig
  • funktioniert auch wenn Home Assistant aus ist
  • läuft komplett lokal im LAN

Lösung mit Home Assistant (vereinfacht)

In Home Assistant sähe das so aus:

  • Trigger: Button pressed
  • Aktion: switch.toggle Relay 1
  • Aktion: switch.toggle Relay 2

Das ist komfortabel, visuell, leicht änderbar – aber:

  • Home Assistant muss laufen
  • WLAN + Server müssen funktionieren
  • leicht höhere Latenz

Praxisbeispiel: Treppenhauslicht mit Short/Long/Double-Press

Ein echter Klassiker aus dem Alltag: Treppenhauslicht. Du willst nicht jedes Mal wieder im Dunkeln stehen, aber du willst auch nicht, dass das Licht 2 Stunden durchballert, weil jemand einmal kurz dagegen geatmet hat.

Die Ziel-Logik:

  • Short Press → Licht 2 Minuten
  • Long Press → Licht 15 Minuten
  • Double Press → „Dauer-An“ togglen (ohne Timer)
  • erneutes Drücken verlängert jeweils den Timer

Setup:

  • Shelly Pro 1PM
  • Taster an Input 0
  • Licht an Switch 0

Lösung mit Shelly Script (Treppenhauslogik direkt im Gerät)

Hier sitzt die komplette Logik im Shelly. Kein Server, kein MQTT, keine zentrale Automation. Das Ding ist quasi dein Treppenhausrelais – nur in nerdig.

// Shelly Pro 1PM – Treppenhauslicht mit Shortpress/Longpress
// Input 0 steuert Switch 0
//
// Shortpress: Licht an für SHORT_MS (Timer wird bei erneutem Shortpress verlängert)
// Longpress:  Licht an für LONG_MS  (Timer wird bei erneutem Longpress verlängert)
// Optional Doublepress: "Dauer-An" togglen (ohne Timer)

let CFG = {
  INPUT_ID: 0,
  SWITCH_ID: 0,

  SHORT_MS: 2 * 60 * 1000,   // 2 Minuten
  LONG_MS:  15 * 60 * 1000,  // 15 Minuten

  ENABLE_DOUBLE_PRESS_ALWAYS_ON: true
};

let offTimer = null;
let alwaysOn = false;

function clearOffTimer() {
  if (offTimer !== null) {
    Timer.clear(offTimer);
    offTimer = null;
  }
}

function setSwitch(on) {
  Shelly.call("Switch.Set", { id: CFG.SWITCH_ID, on: on });
}

function startAutoOff(ms) {
  clearOffTimer();
  alwaysOn = false;

  // sicher einschalten
  setSwitch(true);

  offTimer = Timer.set(ms, false, function () {
    offTimer = null;
    // nur ausschalten, wenn nicht inzwischen "Dauer-An" aktiv wurde
    if (!alwaysOn) setSwitch(false);
  });
}

function toggleAlwaysOn() {
  clearOffTimer();
  alwaysOn = !alwaysOn;

  if (alwaysOn) {
    setSwitch(true);
  } else {
    // wenn "Dauer-An" aus, direkt in den Short-Timer zurückfallen
    startAutoOff(CFG.SHORT_MS);
  }
}

function handleButtonEvent(info) {
  // Erwartet: info.event in ["single_push","long_push","double_push", ...]
  if (!info || !info.event) return;

  if (info.event === "single_push") {
    startAutoOff(CFG.SHORT_MS);
    return;
  }

  if (info.event === "long_push") {
    startAutoOff(CFG.LONG_MS);
    return;
  }

  if (CFG.ENABLE_DOUBLE_PRESS_ALWAYS_ON && info.event === "double_push") {
    toggleAlwaysOn();
    return;
  }
}

// Event-Handler registrieren
Shelly.addEventHandler(function (ev) {
  // Für Pro-Geräte kommen Button-Events typischerweise als input:* Events
  if (!ev || !ev.info) return;

  // Filter: nur unser Input
  // ev.component kann z.B. "input:0" sein
  if (ev.component === ("input:" + CFG.INPUT_ID)) {
    handleButtonEvent(ev.info);
  }
});

print("Treppenhaus-Script aktiv: Input", CFG.INPUT_ID, "-> Switch", CFG.SWITCH_ID);

Eigenschaften dieser Lösung:

  • reagiert sofort
  • kein Server nötig
  • Timer-Verlängerung ist automatisch drin
  • Dauerlicht ist optional per Double Press
  • läuft komplett lokal – auch wenn dein Home-Server gerade „Updates macht“

Home-Assistant-Variante (zum Vergleich)

Das gleiche Prinzip geht auch in Home Assistant – dann liegt die Logik zentral. Vorteil: du kannst später ganz entspannt Sensoren, Zeitfenster, Helligkeit (Lux), Anwesenheit oder „nachts nur gedimmt“ dranhängen.

Für „Dauer-An“ nutzen wir einen Helper:

  • input_boolean.treppenhaus_dauer_an

Und als Schalt-Entity fürs Licht nehmen wir in den Beispielen:

  • switch.treppenhauslicht

Wichtig: Die Trigger unterscheiden sich je nach Gerät/Integration. Das Muster bleibt gleich – du passt nur event_type/event_data an deinen Button an (z. B. Shelly i4, Zigbee-Button, MQTT Button, etc.).

Automation: Short Press (2 Minuten)

Der Trick ist mode: restart: erneutes Drücken startet die Automation neu → der Timer verlängert sich automatisch.

alias: Treppenhauslicht - Short Press (2 Minuten)
mode: restart
trigger:
  - platform: event
    event_type: shelly_click
    event_data:
      device: shelly_taster_treppenhaus
      click_type: single
condition:
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
action:
  - service: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht
  - delay: "00:02:00"
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
  - service: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht

Automation: Long Press (15 Minuten)

alias: Treppenhauslicht - Long Press (15 Minuten)
mode: restart
trigger:
  - platform: event
    event_type: shelly_click
    event_data:
      device: shelly_taster_treppenhaus
      click_type: long
condition:
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
action:
  - service: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht
  - delay: "00:15:00"
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
    state: "off"
  - service: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.treppenhauslicht

Automation: Double Press („Dauer-An“ togglen)

alias: Treppenhauslicht - Double Press (Dauer-An)
mode: single
trigger:
  - platform: event
    event_type: shelly_click
    event_data:
      device: shelly_taster_treppenhaus
      click_type: double
action:
  - service: input_boolean.toggle
    target:
      entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an

  - choose:
      - conditions:
          - condition: state
            entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
            state: "on"
        sequence:
          - service: switch.turn_on
            target:
              entity_id: switch.treppenhauslicht
    default:
      # Dauer-An wurde ausgeschaltet → zurück in den Short-Timer
      - service: switch.turn_on
        target:
          entity_id: switch.treppenhauslicht
      - delay: "00:02:00"
      - condition: state
        entity_id: input_boolean.treppenhaus_dauer_an
        state: "off"
      - service: switch.turn_off
        target:
          entity_id: switch.treppenhauslicht

Der direkte Vergleich

Geschwindigkeit

Shelly Script gewinnt. Kein Umweg, kein MQTT, kein Server.
Der Tastendruck fühlt sich sofort an.

Zuverlässigkeit

Shelly Script gewinnt ebenfalls.
Wenn dein Home-Server rebootet oder crasht, funktionieren direkte Scripts trotzdem.

Flexibilität

Home Assistant gewinnt klar:

  • Zeitabhängige Logik
  • Sensor-Kombinationen
  • komplexe Bedingungen
  • Visualisierung

Wartbarkeit

Home Assistant ist angenehmer.
Scripts sind Code. YAML/GUI ist für viele leichter.

Skalierung

Ab ca. 20–30 Geräten wird zentrale Logik übersichtlicher.
Bei 3–10 Geräten ist Shelly Script herrlich simpel.


Meine Faustregel

Ich nutze:

  • Shelly Script, wenn:
    • Taster → Aktion
    • hohe Zuverlässigkeit
    • sofortige Reaktion
    • einfache Logik
  • Home Assistant, wenn:
    • mehrere Geräte beteiligt sind
    • Zeit / Sensoren / Zustände eine Rolle spielen
    • Visualisierung gebraucht wird

Oder anders gesagt:

Grundfunktionen dezentral, Komfort zentral.


Hardware-Empfehlungen

Die Geräte aus den Beispielen:


Fazit

Shelly Script ist kein Ersatz für Home Assistant.
Home Assistant ist kein Ersatz für Shelly Script.

Zusammen sind sie allerdings ziemlich nah an einem kleinen, lokalen Skynet – nur ohne Weltherrschaftspläne. Hoffentlich.

Wer sein Smart Home stabil, schnell und cloudfrei betreiben will, sollte beide Werkzeuge kennen und bewusst einsetzen.


Mehr lokales Smart Home

Wenn dich das Thema „lokales Smart Home ohne Cloud“ tiefer interessiert, findest du auf dem Blog schon einige passende Praxisartikel: In Shelly Direktverknüpfung – lokale Automationen ohne Cloud zeige ich, wie Geräte komplett ohne Zentrale miteinander sprechen. Wer eher aus der ioBroker-Ecke kommt, kann sich Licht automatisch einschalten beim PC-Start oder Automatisches Licht mit Blockly anschauen. Und falls du generell zwischen Zigbee, WLAN und Z-Wave schwankst, hilft vielleicht auch der Überblick in Zigbee, Z-Wave, WLAN, was MATTERs.

Smart Home ohne Cloud – lokales Smart Home mit Shelly, Zigbee & Home Assistant

Illustration mit Nerd-Zebra, das Smart-Home-Geräte aus einer Cloud befreit, Symbol für „Smart Home ohne Cloud

Ein cloudfreies Smart Home bedeutet: volle Kontrolle, weniger Abhängigkeiten, mehr Datenschutz – und deine Automationen laufen weiter, auch wenn das Internet gerade beschlossen hat, heute nicht zu arbeiten. Das hier ist der Startpunkt: Überblick, klare Empfehlungen, und ein Mix aus nerdiger Ansage und nüchterner Praxis.


Schnellnavigation


Warum ein Smart Home ohne Cloud?

Ein Smart Home ohne Cloud bedeutet volle Kontrolle über deine Geräte, keine Abhängigkeit von Hersteller-Servern und mehr Datenschutz. Außerdem funktionieren deine Automationen auch dann, wenn das Internet ausfällt. In diesem Artikel bekommst du einen Mix aus passiv-aggressivem Chat-Stil und nüchternen Erklärungen, damit du direkt weißt, wie du am besten startest.

💬 Einsteiger:
Ich will ins Smart Home einsteigen. Also… ich kauf mir erstmal eine Hue Bridge ka—

💬 Nerd-Zebra:
NEIN!

💬 Einsteiger:
Warum denn nicht? Die sieht doch voll… äh… bridge-ig aus?

💬 Nerd-Zebra:
Weil du dir damit direkt eine goldene Cloud-Handschelle anlegst. Klar, die Hue Bridge funktioniert auch halbwegs offline – aber nicht vollständig. Entertainment-Sync? Nur über Philips-Server. Neue Funktionen? Nur, wenn Philips Bock hat. Und wenn die irgendwann sagen „Tschüss, wir machen dicht“, dann sitzt du im Dunkeln – im wahrsten Sinne.

Merksatz: Wenn ein System nur mit Hersteller-Account „richtig“ funktioniert, ist es kein Smart Home – es ist ein Abo mit Lampen.


Gerätewahl: Direkt lokal starten

Wenn du Geräte kaufst, die direkt lokal funktionieren, sparst du dir spätere Umbauten und Ärger mit Cloud-Zwang. Achte beim Kauf auf: LAN-Modus, lokale API oder MQTT. Dann kannst du später entscheiden, wie „nerdig“ du es betreiben willst.

💬 Einsteiger:
Okay, dann halt ’ne smarte Steckdose von… äh… TP-L—

💬 Nerd-Zebra:
NEIN! … also, nicht unbedingt. Die meisten WLAN-Steckdosen wollen erstmal nach Hause telefonieren, bevor sie überhaupt Kaffee kochen lassen. Lieber direkt Geräte kaufen, die LAN-Modus, lokale API oder MQTT können. Zum Beispiel Shelly.

💡 Pro-Tipp: Shelly-Geräte funktionieren zwar auch „mit Cloud“, lassen sich aber sehr gut Schritt für Schritt auf lokal umstellen – perfekt für einen sanften Einstieg.

👉 Beispiel: Shelly Plus 1PM (bezahlter Link) oder Shelly Plus 2PM (bezahlter Link)

📦 Shelly ganz ohne Cloud & ohne Broker
Shellys können auch direkt miteinander kommunizieren – ohne Server oder Cloud.
➡️ Mehr dazu: Shelly Direktverknüpfung – lokale Automationen ohne Cloud

Mini-Checkliste beim Kauf:

  • Kann das Gerät auch ohne Hersteller-App gesteuert werden?
  • Gibt es eine lokale API / MQTT / LAN-Modus?
  • Funktioniert es mit Home Assistant / ioBroker / Zigbee2MQTT?

Zigbee und Alternativen

Zigbee ist ein beliebter Funkstandard fürs Smart Home. Vorteil: Geräte laufen lokal, sind meist sparsam und du kannst Hersteller mischen – wenn du sie über einen eigenen Zigbee-Controller (USB-Stick) ansteuerst.

💬 Einsteiger:
Hm. Dann hol ich mir halt den schicken Aqara Hub—

💬 Nerd-Zebra:
NEIN! … zumindest nicht, wenn er nur in der Cloud lebt. Viele Aqara-Geräte laufen super direkt über Zigbee2MQTT oder ZHA.

💡 Empfehlung: Ein USB-Zigbee-Stick ist die „Hue-Bridge, aber richtig“: Er hängt an deiner eigenen Zentrale und bleibt lokal.

👉 Klassiker: Sonoff Zigbee Dongle Plus (bezahlter Link)

Alternativen (kurz): Matter/Thread ist spannend, Z-Wave ist solide, WLAN-Geräte sind bequem – aber Zigbee ist oft der beste Mix aus Preis, Auswahl und Lokalbetrieb.


Die Schaltzentrale

Deine Schaltzentrale ist das Gehirn deines Smart Homes. Hier laufen Daten zusammen, hier definierst du Automationen, und hier entscheidest du, ob dein Zuhause „smart“ oder nur „fernsteuerbar“ ist.

💬 Einsteiger:
Aber ohne Cloud geht doch gar nix?

💬 Nerd-Zebra:
Doch. Du brauchst nur eine lokale Schaltzentrale – quasi das Gehirn deines Smart Homes:

  • Home Assistant Green (hier bei Amazon (bezahlter Link)) – einfach, solide, wenig Bastelstress
  • Raspberry Pi 4 (Raspi 4 Kit bei Amazon (bezahlter Link)) – flexibel, aber „Pi-Dinge“ passieren
  • Mini-PC / Homelab (HP Mini-PC, meine Empfehlung (bezahlter Link)) – wenn du eh schon Proxmox/Homelab spielst
  • ioBroker – wenn du eher „Blockly & Skripte“ magst (und ja: kann auch lokal)

💡 Nerd-Seitenhieb: Hast du noch ein altes Notebook rumliegen? Auch das kannst du mit Linux aufsetzen und dann Home Assistant oder ioBroker installieren.

Cloud → Lokal umziehen (Prinzip):

  1. Gerät einmal „normal“ einrichten (damit es läuft)
  2. Cloud-Funktionen deaktivieren (wenn möglich)
  3. Lokale Steuerung aktivieren (MQTT / lokale API / Direktverknüpfung)
  4. Automationen in der eigenen Zentrale bauen (nicht in der Hersteller-App)

Kompatibilität mit Hue-Lampen

Viele Hue-Lampen funktionieren auch ohne Hue-Bridge, wenn du sie mit einem Zigbee-Stick direkt an deine Zentrale koppelst. Das spart Geld und verhindert Cloud-Zwang (und du kaufst nicht aus Versehen ein Ökosystem mit Handschellen).

💬 Einsteiger:
Und wenn ich doch mal Hue-Lampen will?

💬 Nerd-Zebra:
Kein Problem – kauf die nackten Lampen, nicht die Bridge. Steck einen Zigbee-USB-Stick an deine Zentrale, fertig.

👉 Empfehlung: Sonoff Zigbee Dongle Plus (bezahlter Link)


Empfohlene Starter-Setups (2026)

Hier sind drei Pakete – je nach Mutlevel. Das Ziel ist: schnell starten, später nerdiger werden, ohne alles neu zu kaufen.

🟢 Minimal – Einstieg ohne Bastelstress

Für: Licht, Steckdosen, erste Automationen. Vorteil: schnell, stabil, wenig Frust.

🟡 Komfort – „Ich will mehr als nur Licht“

Für: Licht + Rollläden + Sensoren + erste „Wenn X dann Y“-Automationen.

🔴 Nerd – „lokal, robust, ausbaufähig“

  • Kleiner (oder großer) 19″ Server
  • USB-Zigbee-Stick (z. B. Sonoff Zigbee Dongle Plus (bezahlter Link))
  • Geräte nach Bedarf (z. B. Shelly Plus 1PM (bezahlter Link), Shelly Plus 2PM (bezahlter Link) oder direkt KNX (bezahlter Link))
  • Optional: MQTT-Broker (lokal), getrennte VLANs, Backup-Konzept

Für: Homelab, viele Geräte, Stabilität, Netzwerk-Segmentierung, „läuft auch ohne Internet“ als echtes Feature.


Weiterführende Guides

Hier geht’s tiefer rein – das ist der Teil, wo aus „Fernbedienung“ echte Automatisierung wird:


Fazit

Ein Smart Home ohne Cloud ist kein Luxusprojekt für Technik-Mönche mit Aluhut, sondern schlicht die vernünftigste Art, sein Zuhause „smart“ zu machen. Du behältst die Kontrolle, deine Automationen funktionieren auch ohne Internet und du bist nicht davon abhängig, ob ein Hersteller morgen noch existiert oder übermorgen sein Abo verdoppelt.

Mit lokalen Geräten wie Shelly, einem eigenen Zigbee-Stick und einer Zentrale wie Home Assistant oder ioBroker baust du dir kein Spielzeug, sondern eine Infrastruktur. Die wächst mit, lässt sich umbauen und gehört am Ende dir – nicht irgendeiner App.

Ja, der Einstieg ist minimal technischer als „App installieren, Account anlegen, fertig“. Aber dafür bekommst du ein System, das nicht bei der ersten Serverstörung dumm aus der Wäsche guckt und bei dem „Smart“ mehr bedeutet als nur „per Handy schalten“.

Kurz gesagt:
Cloud-Smart-Home ist bequem.
Lokales Smart Home ist souverän.

Und ganz ehrlich: Wenn schon Nerd-Hobby, dann bitte mit Kontrolle, Stabilität und der beruhigenden Gewissheit, dass dein Lichtschalter nicht in Kalifornien wohnt.

Shelly 1PM Gen3 vs. Gen4 – lohnt sich das Upgrade wirklich?

Zebra-Avatar hält Waage mit Shelly 1PM Gen3 und Gen4 im Vergleich

Der Vergleich zwischen Shelly 1PM Gen3 und Gen4 wirkt auf den ersten Blick simpel: neue Generation, neue Protokolle, also automatisch besser – oder? Genau das wollte ich nicht einfach glauben, sondern messen, ausprobieren und im Alltag testen. Das hier ist kein Datenblatt-Abgleich, sondern ein Praxisvergleich mit echten Messwerten, echten Problemen und ehrlichen Eindrücken.


Testaufbau & Rahmenbedingungen

Getestet wurden jeweils ein Shelly 1PM Gen3 und ein Shelly 1PM Gen4 unter identischen Bedingungen:

Ziel war es, Unterschiede nicht zu fühlen, sondern nachvollziehbar zu sehen.


Standby-Verbrauch – die stille Grundlast

Standby-Verbrauch ist die heimliche Steuer auf jedes Smart‑Home. Klingt nach Peanuts, summiert sich aber gnadenlos, wenn man nicht nur einen Shelly verbaut, sondern zehn, zwanzig oder irgendwann den Punkt erreicht, an dem man sich fragt, warum der Sicherungskasten eigentlich warm ist.

Shelly 1PM Gen3

  • WLAN aktiv, Bluetooth aus: 0,5 W
  • WLAN + Bluetooth: 0,6 W

Shelly 1PM Gen4

  • WLAN only: 0,6 W
  • WLAN + Bluetooth (Matter-Modus): 0,6 W
  • Zigbee-Modus: 0,6 W

➡️ Ergebnis: Kein Effizienz‑Level‑Up. Gen4 ist hier nicht sparsamer, sondern schlicht gleichauf.

Spannungs- und Frequenzmessung

QuelleSpannungFrequenz
Shelly Gen3235,5 V50 Hz
Shelly Gen4235,5 V49,95 Hz
Externes Messgerät236 V50 Hz

Die Abweichungen liegen im absolut normalen Bereich. Beide Generationen messen sauber und konsistent.


Leistungsaufnahme der Test-LED-Lampe – wer misst, misst Mist?

Der Klassiker: Drei Messstellen, drei leicht unterschiedliche Werte. Genau deshalb ist dieser Punkt spannend – und ehrlich gesagt auch der, an dem viele Tests einfach abbrechen.

Shelly 1PM Gen3

  • Shelly-Anzeige: 9,8 W (stabil wie ein Metronom)
  • Externes Messgerät: 10,3 W (inkl. ca. 0,5 W Eigenverbrauch)
  • Beobachtung: Das externe Messgerät driftet sichtbar, der Shelly bleibt stoisch gelassen

Shelly 1PM Gen4

  • zigbee2mqtt: 8 W
  • Shelly App: 9,4 W, pendelt sich von 9,6 W ein
  • Externes Messgerät: 10,2 W inkl. Shelly

➡️ Ergebnis: Die Messwerte sind plausibel, aber das verwendete Protokoll entscheidet, welche „Wahrheit“ man zu sehen bekommt.

Temperaturverhalten

Shelly 1PM Gen3

  • stabil bei ca. 34 °C
  • Wärmeschwerpunkt mittig im Gehäuse

Shelly 1PM Gen4

  • ca. 38 °C
  • ebenfalls zentraler Wärmeschwerpunkt

➡️ Ergebnis: Kein thermisches Problem bei beiden Geräten, Gen4 liegt leicht höher, aber völlig unkritisch.


Einrichtung & App-Erfahrung – hier trennt sich Nerd von Normalnutzer

Hier verlässt der Test den gemütlichen Messlabor‑Bereich und landet mitten im echten Alltag.

Gen3:

  • hinzufügen, fertig
  • keine Überraschungen
  • genau so, wie man es erwartet

Gen4:

  • Gerät wird sofort von App und Matter erkannt
  • Kopplung dauert… und dauert… und bricht ab
  • Konfiguration nur über den Access Point (192.168.33.1)
  • selbst nach bestehender WLAN‑Verbindung kein normales Hinzufügen
  • App springt immer wieder zurück zu „Raum wählen“
  • Firmware‑Update: keine Besserung

Ein Teil des Problems lag darin, dass das Smartphone noch im Shelly‑AP hing. Nach dem Wechsel ins Heimnetz war ein Hinzufügen per IP‑Scan möglich – technisch korrekt, nutzerseitig aber alles andere als elegant. Besonders pikant: Das gleiche Verhalten zeigte sich bereits beim Shelly Power Strip 4 Gen4.

➡️ Kurz gesagt: Die Hardware ist bereit für die Zukunft, die App stolpert noch darüber.

Matter & Zigbee – Licht und Schatten

Matter (Alexa):

  • nur Ein/Aus verfügbar
  • keine Verbrauchs- oder Leistungsanzeige

Zigbee (zigbee2mqtt):

  • Kopplung in ca. 3 Sekunden
  • sofort vollständig integriert
  • alle Leistungs- und Verbrauchswerte verfügbar

➡️ Die Hardware kann es – das Ökosystem entscheidet.


Preisvergleich – der oft übersehene Punkt

Preise direkt aus dem Shelly Shop (keine UVP, echte Verkaufspreise):

  • 1PM Gen3: 20,83 €
  • 1PM Gen4: 24,99 €

Klingt harmlos, wird aber schnell relevant:

  • bei 10 Geräten sind das fast 50 € Unterschied
  • Geld, das bei Gen3 fast zwei weitere Shellys ermöglicht

Amazon (Stand Testzeitpunkt):

➡️ Gen4 kostet hier fast das Doppelte.


Hardware & Verpackung

  • Gen3 und Gen4 sind exakt gleich groß
  • Unterschiede nur:
    • Aufdruck „Gen3 / Gen4″
    • andersfarbige Anschlussterminals

Die Gen4-Verpackung ist spürbar größer, obwohl das Gerät selbst identisch bleibt. Vermutlich kein technisches Upgrade, sondern ein Regal-Upgrade: aufhängbar, sichtbarer, handelsfreundlicher.

Shelly Gen3 und Gen4 im Vergleich – größere Verpackung bei gleicher Gerätegröße

Persönliches Fazit – nüchtern, ehrlich, ohne Marketingbrille

Wenn man Matter oder Zigbee nicht explizit benötigt, sehe ich aktuell keinen rationalen Grund, vom Shelly 1PM Gen3 auf Gen4 zu wechseln.

  • kein Vorteil beim Standby‑Verbrauch
  • keine messbar bessere Genauigkeit
  • leicht höhere Temperatur
  • deutlich höhere Kosten
  • spürbar schlechtere Ersteinrichtung

Gen4 ist kein schlechtes Gerät. Im Gegenteil: Mit Zigbee2MQTT zeigt es, was in ihm steckt. Aber im klassischen WLAN‑Shelly‑Setup fühlt sich Gen3 derzeit einfach runder, entspannter und erwachsener an.

Oder anders gesagt: Gen4 ist das sportliche Konzeptauto mit Zukunftstechnik – Gen3 der zuverlässige Daily Driver, der morgens einfach startet.


Wenn es um Zigbee geht, würde ich inzwischen zu Ubisys greifen. Die sind zwar teurer aber sind dafür perfekt daran angepasst inkl. sehr vielen Datenpunkten. Wie z.B. der Ubisys D1-R.

Ubisys LD6 – Der LED-Controller, der (fast) alles kann

Illustration: Ein rotes Zebra sitzt verheddert in einem bunten RGB-LED-Band, während ein schwarzer Drache ruhig daneben steht und einen Ubisys LD-6 LED-Controller hält. Im Hintergrund leuchten abstrakte RGB-Farben.

Manchmal stolpert man über Hardware, bei der man kurz innehält und denkt: „Moment. Das kann doch nicht alles in diesem kleinen Ding drinstecken… oder?“ Genau so ein Moment war es, als der Ubisys LD6 auf meinem Tisch landete.

Der LD6 ist ein Zigbee-basiertes LED-Dimm- und Steuer-Modul, das mit nur 10 mm Bauhöhe daherkommt und sich dadurch perfekt in Zwischendecke oder kleine Gehäuse integrieren lässt. Und trotz seiner zierlichen Erscheinung ist er einer der mächtigsten LED-Controller, die ich bisher ausprobiert habe.

Wir reden hier nicht von einem 0815 „RGB-Streifen an/aus“-Ding. Das Gerät kann mehr. Viel mehr.


Was macht den Ubisys LD6 so besonders?

Wenn man das Datenblatt durchgeht (ja, ich lese sowas freiwillig – keine Scham), fallen einige Punkte sofort positiv auf:

  • 6 LED-Ausgänge → du kannst also zwei komplette RGB-Stripes oder einen RGBWW-Stripe an einem einzigen Modul betreiben, aber auch sechs einzelne LED Stripes sind möglich usw..
  • Nennstrom-Ausgang pro Kanal: 6 A → das ist schon echt ordentlich.
  • Max. Gesamtstrom: 12 A über alle Kanäle kombiniert.
  • Eingebaute Schutzfunktionen:
    • Ausgangsschutz
    • Kurzschlussschutz
    • Übertemperaturschutz
    • Überlastschutz
    • Überspannungsschutz
    • Überstromschutz

Das bedeutet: Das Ding brennt dir nicht einfach weg, nur weil du mal eine LED-Leiste zu enthusiastisch verlängert hast. (Du weißt, was ich meine.)

Und jetzt kommt der wirklich nerdige Teil: Der LD6 hat drei Eingänge für Taster oder Sensoren, inklusive 3,3V Ausgang – perfekt für I2C-Sensoren wie:

  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Umgebungslicht
  • Präsenzsensoren
  • oder sogar einen kleinen ESP, wenn du es übertreiben willst

Damit kannst du theoretisch ein autonomes Lichtsystem aufbauen, das Helligkeit und Farbe dynamisch an die Umgebung anpasst.

Für rund 40€ ist das absurd gut. Du findest den übrigens im Ubisys Store auf Amazon (bezahlter Link).

Ubisys LD6 LED Controller

Kleine Schwächen – aber nichts Dramatisches

Kein Gerät ist perfekt, und beim LD6 gibt es zwei Punkte, die man ehrlich erwähnen muss:

1. Nicht direkt in Zigbee2MQTT integriert

Das bedeutet: Man bekommt keine schöne einfache UI, sondern wird erst einmal mit sehr vielen Datenpunkten erschlagen. Wirklich sehr vielen. Ich dachte kurz, ich hätte versehentlich ein Smart-Home-Kraftwerk eingefügt.

2. Die Klemmen sind… nennen wir es „sportlich“

Extrem kleine Steckklemmen mit noch kleineren Entriegelungsöffnungen.
Wenn du dicke Drähte hast oder unruhige Hände: Viel Spaß.

Anschlussklemmen des Ubisys LD6

Verbesserungsvorschlag

Ich würde mir Schraubklemmen oder moderne Hebelklemmen wünschen. Bei zigbee2mqtt ist die Community gefragt.


Praxis: Die Default-Einstellungen in Zigbee2MQTT

Beim ersten Setup ist mir Folgendes aufgefallen:

  • Rot und Grün waren vertauscht.
  • Es gibt so viele Datenpunkte, dass einem kurz schwindelig wird.

Beides lässt sich lösen, es ist nur… ein Moment des Sortierens.

Die gute Nachricht: Wer schon einmal mit Ubisys gearbeitet hat, kennt das.
Beispiel: Mein Artikel „Ubisys C4 – Der Taster-Flüsterer im Zigbee-Dschungel“ zeigt ein ähnliches Prinzip der Flexibilität.

Oder für die Freunde der DIN-Schiene: Ubisys D1-R im Test – Premium Zigbee DIN-Schienen Dimmer

Der LD6 reiht sich dort zwischen „Ultra flexibel“ und „Macht alles, aber erklärt wenig“ ein.


Würde ich den Ubisys LD6 kaufen?

Würde? Werde!

Das hier ist der funktionellste LED-Controller, den ich bisher in der Hand hatte.
Klein, leistungsstark, flexibel, fair bepreist.

Ja, die Klemmen könnten besser sein.
Ja, Zigbee2MQTT braucht noch etwas Liebe.

Aber das ist ein Preis, den ich gerne bezahle.

Und sobald Zigbee2MQTT ein offizielles Template integriert hat, wird das hier einer der besten Allround-LED-Controller im Zigbee-Bereich.


Fazit

Der Ubisys LD6 ist ein Gerät für Leute, die mehr wollen als nur „Strippe bunt machen“.

Er richtet sich an alle, die sagen:

„Ich möchte meine LED-Beleuchtung richtig kontrollieren – und nicht nur an/aus drücken.“

Wenn du gerne tüftelst, Sensoren liebst und es magst, wenn Hardware smart statt nur smart-home-kompatibel ist, dann ist der LD6 ein absoluter Geheimtipp.

Und der Preis? ~40€*. Da lohnt es sich kaum, selbst etwas zu bauen. Falls du dir jetzt auch denkst „will ich haben“, dann findest hier den Ubisys LD6 auf Amazon (bezahlter Link).

Testbericht: Ubisys C4 – Der Taster-Flüsterer im Zigbee-Dschungel

Zeraphys steht zufrieden vor einem Lichtschalter, aus dem das Wort „Zigbee“ strahlt – Symbolbild für erfolgreiche Smart-Home-Integration.

Stell dir vor, du hast vier stinknormale Taster an der Wand. So unscheinbare kleine Klickfreunde, die weder WLAN haben, noch ein Bluetooth-Selbstbewusstsein. Der Ubisys C4 nimmt diese vier alten Kameraden, wirft sie in einen Topf aus Zigbee-Magie, Routing-Fähigkeiten und einer Prise deutscher Ingenieurskunst und zack – dein Haus gehorcht dir auf Fingerdruck.


Was ist der Ubisys C4?

Kurz gesagt: Der C4 ist ein Zigbee-Eingangsmodul, das vier Taster oder Schalter in Zigbee-Signale verwandelt. Und nicht nur so: „Ich mach Licht an.“ Nein, der C4 ist eher:

„Ich mache Licht an, dimme es, rufe Szene 7 auf, fahre die Jalousien halb runter, starte den Beamer, senke den Altar und öffne die Tür zur Erkenntnis.“ (Ungefähr.)

Ubisys C4 Modul

Technisch bedeutet das:

  • 4 Eingänge (z. B. Taster an der Wand)
  • Jeder Eingang kann anders konfiguriert werden
  • Das Ding ist gleichzeitig ein Zigbee Router – also Mesh-Buff für dein Netzwerk
  • Zigbee 3.0 zertifiziert und damit ziemlich kompatibel

Oder wie Ubisys es ausdrückt: Professionelle Gebäudeautomation.

Wie ich es ausdrücke: Der Typ in der Smart-Home-Bar, der weiß, wie man ernsthaft arbeitet.


Warum sollte man das wollen?

Du hast bestimmt schon diese smarten Funk-Taster gesehen, die nach zwei Monaten aussehen, als hätte sie jemand aus Kaugummi recycelt. Oder die mit Knopfzellen mitten in der Nacht sterben wie NPCs ohne Backup.

Der Ubisys C4 sagt: Nichts da. Richtige Verkabelung. Richtiger Strom. Richtige Zuverlässigkeit.

Und: Er wohnt Unterputz. Man sieht ihn nicht. Er ist wie Batman. Nur nützlicher.


Konfiguration: Hier wird’s deep

Jeder der vier Eingänge kann…

  • On/Off schalten
  • Dimmen
  • Szenen abrufen
  • Rolläden steuern
  • Und das alles mit Kurz / Lang / Doppel / Halten / Tap-Dance, wenn du willst

Man kann dieses Gerät komplett auf:
„Ich drücke einmal → Wohnzimmer fährt in Filmabend-Modus“

oder auf:
„Ich tippe zweimal → Das Haus denkt, ich bin Gott.“

Im Alltag

Wenn du einmal alles eingestellt hast:

  • Läuft
  • Stürzt nicht ab
  • Vergisst nie, wer es ist

Was ich damit sagen will:

Das Ding ist kein „Smart Home Gadget“. Das Ding ist eine Infrastruktur-Entscheidung.

Einmal eingebaut und sauber konfiguriert, läuft der C4 wie ein stoischer Klosterbruder, der den ganzen Tag Schalter-Gebete in Zigbee übersetzt.

Datenpunkte des Ubisys C4

Für wen ist der C4?

Für dich, wenn:

  • du keine hässlichen Batterie-Funktaster willst
  • du echte Wandschalter behalten willst
  • dein Zigbee Mesh kräftiger werden soll
  • du Spaß daran hast, Dinge absurd präzise einzurichten

Nicht für dich, wenn:

  • du „Smart Home“ als „Ich schraub mal schnell was an die Wand“ verstehst
  • du denkst, Konfiguration sollte weniger als 3 Klicks dauern

Fazit

Der Ubisys C4 ist wie ein Schweizer Taschenmesser, aber jemand hat es so lange optimiert, bis es ISO9001 zertifiziert war.

  • Er ist mächtig.
  • Er ist verlässlich.
  • Er will respektvoll konfiguriert werden.

Und wenn du ihn einmal verstanden hast… fühlt sich dein Haus plötzlich wie dein Haus an.

Bewertung:
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ für Smarthome-Nerds
⭐️⭐️ für „Ich will nur, dass das Licht angeht“-Menschen


Positives & Negatives

Positiv:

  • Das Gehäuse ist mit nur 11 mm extrem flach. Zum Vergleich: Ein Shelly 1PM* hat rund 16 mm Tiefe – und das ist in der UP-Dose der Unterschied zwischen „entspannt reinschieben“ und „ich drücke hier seit 10 Minuten und nichts bewegt sich mehr“.
  • Im Lieferumfang liegen WAGO-Steckklemmen* bei. WAGO ist Smart-Home-Weihrauch. Wer WAGO beilegt, möchte dass du glücklich bist.
  • Unfassbar viele Konfigurationsmöglichkeiten – und zwar wirklich. Siehe z. B. die Übersicht in Zigbee2MQTT: https://www.zigbee2mqtt.io/devices/C4.html#ubisys-c4
    Man kann sich darin verlieren. Aber auf die schöne Art.

Negativ:

  • Keine Anschlussterminals, sondern feste Anschlusskabel, die in jeder UP-Dose gefühlt zu lang sind. Und es sind verzinnte Litzen – wenn man die kürzt, muss man sie neu verzinnen oder Aderendhülsen aufpressen. Also: Crimpzange (bezahlter Link) raus, Kaffee holen, Geduld einpacken.
Ubisys C4 Anschlusskabel

Fazit (mit Wunsch an die Zukunft)

Der Ubisys C4 ist ein mächtiger kleiner Zauberkasten. Super flach, super flexibel, super nerdig konfigurierbar. Aber: Anschlussterminals statt fest verbauter Kabel wären eine Verbesserung, die den Einbau spürbar entspannen würde.


Und nun die große Frage: Hätten nicht vier einfache Taster-Events gereicht?

Man könnte meinen: „Vier Taster, vier Datenpunkte, fertig. Jeder meldet single, double, hold – Case closed, Feierabend, Kaffee trinken.“

Theoretisch ja. Praktisch ist der C4 aber nicht in der Welt der Consumer-Smart-Buttons unterwegs, sondern im Universum der professionellen Gebäudeautomation. Und dort gelten andere Naturgesetze:

  • Dinge sollen direkt miteinander sprechen können (Stichwort: Binding), ohne dass ein Smart Home Server mitliest.
  • Jede Taste kann mehr als nur klicken – Szenen, Level-Dimming, Jalousien, komplexe Sequenzen.
  • Und ganz ehrlich: Der C4 ist eher „Vier Eingänge, die sich wie 128 verschiedene Eingabetypen verhalten können und dabei noch unterschiedliche Geräte simultan ansprechen“.

Deshalb wirkt das Gerät manchmal so, als würde man eine Kaffeemaschine benutzen, die auch Webserver hosten kann.

Aber:
Wenn du einfach nur Taster-Events willst, bekommst du sie trotzdem – nur eingebettet in eine Struktur, die eigentlich viel, viel mehr kann.

Kurz gesagt:
Ja, vier simple Events hätten technisch gereicht – aber dann wäre der C4 nicht der C4, sondern einfach irgendein Funktaster.

Und irgendein Funktaster ist langweilig.

Der C4 ist der Typ, der im Smart Home sagt: „Wir machen das richtig, oder wir machen’s gar nicht.“ 😄


Kaufe ich mir den?

Jain. Funktional ist der C4 absolut stark und eine echte Alternative zum Shelly i4* – gerade wenn man Wert auf echte, kabelgebundene Taster legt und nicht auf batteriebetriebene Knopfzellen-Drama-Buttons. Aber: Was ich mir wirklich wünschen würde, wäre eine DIN-Schienen-Variante für den Sicherungskasten.

Warum? Weil ein zentralisiertes Smart Home einfach schöner zu warten ist. Du weißt, wo alles sitzt. Du musst später nicht überlegen:

„Habe ich jetzt im Flur, im Wohnzimmer, hinter der Kaffeemaschine oder in diesem kryptischen 68mm UP-Dosen-Goblinloch das gute Stück verbaut?“

Preislich liegt der C4 mit rund 60€ in einem Bereich, der völlig okay ist: nicht billig, nicht überteuert – eher „fair für das, was er kann“.

Aber bis Ubisys vielleicht irgendwann die C4-DIN-Edition ankündigt, bleibt es ein kleiner Traum von ordentlicher Schrankästhetik und wohlig sortierten Leitungen.


Wo kaufen

Und wenn der C4 für dich genau das richtige Modul ist – also wenn du sagst: Ja, ich will echte Taster, echtes Zigbee, echtes Smart Home ohne Batteriedrama – dann schau mal im Ubisys Store auf Amazon (bezahlter Link) vorbei.

Ubisys D1-R im Test – Premium Zigbee DIN-Schienen Dimmer

Zebra-Avatar enttäuscht mit Zigbee-Dimmer neben Zeraphys, der zufrieden den Ubisys D1-R hält, im Wohn- und Smart-Home-Setup.

Ich durfte für diesen Beitrag vier Smart-Home-Geräte von Ubisys (bezahlter Link) testen – darunter den Ubisys D1-R, einen Zigbee-Dimmer für die Hutschiene, um welchen es in diesem Beitrag gehen wird. Schon beim Auspacken wird klar: Das ist kein typisches Bastelmodul, sondern Profi-Hardware für alle, die Smart-Home ernst meinen.


Erster Eindruck & Einbindung

Der Ubisys D1-R präsentiert sich als leichtes, aber hochwertiges DIN-Schienenmodul. Das Gehäuse wirkt robust und durchdacht, nichts klappert – eindeutig professionelle Hardware. Der Dimmer benötigt eine TE (Teilungseinheit) im Schaltschrank und passt damit platztechnisch genau wie ein klassischer Sicherungsautomat und hat mit einer Belastbarkeit von 500VA ordentlich power.

Einbindung ins Smart Home

Die Einrichtung war in beiden Fällen völlig problemlos:

  • Zigbee2MQTT: per Sonoff Zigbee USB-Stick sofort erkannt und eingebunden
  • Ubisys Gateway G1: ebenfalls ohne Hürden, sauber ins System integriert

Nach dem Pairing erscheinen in ioBroker bzw. Zigbee2MQTT auffallend viele Datenpunkte – deutlich mehr als bei Shelly (bezahlter Link), Tuya & Co.


Zigbee-Datenpunkte des Ubisys D1-R

Besonders spannend: Der Ubisys D1-R verfügt über eine integrierte Verbrauchsmessung und liefert über den Datenpunkt load_power die aktuell anliegende Last in Watt.

Der Ubisys D1-R liefert extrem viele Infos und Einstellmöglichkeiten über Zigbee.

Ubisys D1 Datenpunkte innerhalb von ioBroker
DatenpunktBeschreibung
ballast_minimum_levelMindest‑Dimmwert, der von der angeschlossenen Last sichtbar umgesetzt werden kann (z. B. bei LEDs, die erst über einer Schwelle reagieren).
ballast_maximum_levelMaximaler Dimmwert der Last – bei kleineren LED‑Leistungen durch Senkung besserer Regelbereich über 0–100 %.
mode_phase_controlAuswahl des Dimmverfahrens: „automatic“, „forward“ (Leading Edge) oder „reverse“ (Trailing Edge).
load_powerAktueller Verbrauch
energyGesamter Verbrauch

Eine umfangreiche PDF mit technischen Details findet Ihr hier: ubisys-d1-technical-reference.pdf und die zigbee2mqtt Dokumentation ist ebenfalls sehr ausführlich, daher verzichte ich darauf, dies hier noch mal zu wiederholen.


Testaufbau

Für den Praxistest kamen vier verschiedene Leuchtmittel zum Einsatz, alle mit den Werkseinstellungen des Ubisys D1-R, ohne vorherige Optimierung:

  • No‑Name LED 9,5 W
  • Osram LED 8,5 W
  • Kodak LED 5 W
  • CMI Halogen 42 W (klassisch, nicht LED)

Damit sollte sichtbar werden, wie sich der Dimmer ohne Anpassung je nach Lasttyp verhält.

Dimmverhalten – Praxistest mit vier Leuchtmitteln

Ich habe den Ubisys D1-R mit vier unterschiedlichen Leuchtmitteln getestet – alle im Werkszustand des Dimmers, ohne zusätzliche Anpassungen.

LeuchtmittelVerhalten beim StartFlackernErreichte sichtbare Max-Helligkeit
No-Name LED 9,5 Wab ~2 %Bei unter 2%bereits bei ~20 %
Osram LED 8,5 Wab ~13 %kein Flackernbei ~35 %
Kodak LED 5 Wab ~10 %ab ~12 % flackerfreierst bei ~55 %
CMI Halogen 42 Wab ~2 % leichtes Glimmenkein Flackernbei ~100 %

🔎 Fazit dieser Tests: Bei LED‑Lasten wird die volle Helligkeit bereits deutlich unter 100 % erreicht. Der Dimmer ist ab Werk auf größere Lasten ausgelegt.

Optimierung möglich

Durch Anpassung der Datenpunkte ballast_maximum_level und ballast_minimum_level lässt sich das Dimmverhalten spürbar verbessern.

In meinen Tests funktionierte z.B. folgender Wert gut (Beispielwerte):

  • Osram LED 8,5 W: ballast_minimum_level = 38 und ballast_maximum_level = 75

Damit wird die Regelung über den gesamten Bereich von 0–100 % sichtbar und sauber – insbesondere bei LEDs mit anspruchsvollerem Treiber.

🛠️ Praxis-Tipp zur Einstellung

Warum ist diese Anpassung nötig?

LED-Lampen besitzen einen internen Treiber, der oft erst bei einer bestimmten Mindestleistung sauber arbeitet. Der Ubisys D1-R ist für sehr vielfältige Lasten ausgelegt – dadurch kann der Standardbereich bei kleinen LED-Leistungen nicht optimal passen.

Mit den beiden Parametern erklärst du dem Dimmer:

  • wie früh er sichtbares Licht erzeugen soll (ballast_minimum_level)
  • wann die maximale Helligkeit real erreicht wird (ballast_maximum_level)

Je besser diese Werte auf die Lampe abgestimmt sind, desto linearer, flackerfreier und sanfter dimmt der D1-R.

🔧 Schritt-für-Schritt

  1. brightness auf 100 % setzen
  2. ballast_maximum_level schrittweise reduzieren
  3. Sobald eine sichtbare Helligkeitsveränderung eintritt → optimalen Bereich erreicht

💡 Empfehlung: Je nach verwendeter Lampe sollte man etwas testen, um den idealen Bereich zu finden.


Updates

In meinem Test zeigte sich: Alle Ubisys-Geräte waren bereits auf dem neuesten Stand, daher konnte der OTA-Updateprozess selbst nicht praktisch getestet werden.
Die Funktion ist jedoch vollständig integriert und transparent einsehbar.


Fazit – Ubisys D1-R

Der Ubisys D1-R ist ein Dimmer für alle, die Smart Home nicht als Spielzeug, sondern als dauerhafte Infrastruktur betrachten.

Was begeistert:

  • hochwertige Hardware
  • extrem viele Datenpunkte für maximale Kontrolle
  • einfache Einbindung in Zigbee (Zigbee2MQTT & Ubisys Gateway)
  • präzises Dimmen nach kurzer Optimierung
  • integrierte Verbrauchsmessung
  • schneller und kompetenter Support mit direktem Zugriff auf technische Dokumente

Was besser geht:

  • Datenpunkt-Dokumentation – aktuell nur auf englisch
  • keine Beschaltungshilfe am Gerät (z. B. Stromlaufplan auf dem Gehäuse, wie Shelly es macht)
  • Basic-Einstellungen könnten direkt in der Anleitung angegeben werden

Gerade Nerds und Optimierungs-Enthusiasten werden den D1-R lieben.
Wer jedoch einfach nur „Dimmer rein, fertig“ erwartet, könnte ohne Doku schnell frustriert sein.

🏁 Empfehlung: Ubisys könnte mit besserer Kommunikation und einer öffentlich zugänglichen Dokumentation viel stärker in den B2C‑Markt wachsen. Denn das Produkt liefert – es braucht nur bessere Erklärungen.

Ubisys D1R Dimmer

Preis & Positionierung

Mit rund 140 € ist der Ubisys D1-R kein Schnäppchen – er liegt preislich klar im Premium-Segment.
Im Vergleich: Einen Shelly-Dimmer für die DIN-Schiene bekommt man bereits für etwa 50–60 €.

Allerdings setzen Shelly & Co. auf WLAN oder LAN, während der D1-R ein echtes Zigbee-Gerät mit feinster Laststeuerung ist. Shelly punktet dafür mit einer intuitiven App und Weboberfläche, wodurch Einstellungen auch ohne tiefes Smart-Home-Know-how schnell erledigt sind.

Kurz gesagt:
Shelly ist komfortabler, Ubisys ist präziser.

Der D1-R richtet sich klar an Anwender, die bereit sind, für Zuverlässigkeit, Langzeitbetrieb und professionelle Konfigurierbarkeit mehr zu investieren.

Für wen ist der Ubisys D1-R geeignet?

✅ Für smarte Hausinstallationen auf DIN-Schiene ✅ Für alle, die LED-Dimmen ernst nehmen (und es optimieren wollen) ✅ Für diejenigen, die lokale Steuerung ohne Cloud bevorzugen ✅ Für Home-Assistant- / ioBroker- / Zigbee2MQTT-Nerds ✅ Für Menschen, die technische Feinjustierung lieben ✅ Für alle, die keine Sorge vor Ausfällen haben wollen und Wert auf langfristige Stabilität legen

⚠️ Weniger geeignet für: „Plug & Play“-Erwartung ohne Konfiguration – Nutzer, die einfach nur „Licht an, Licht aus“ wollen – Installationen, bei denen keine Optimierung möglich oder gewünscht ist

Kurz: Ein Dimmer für Perfektionisten – nicht für Minimalisten.

Insgesamt überzeugt der Ubisys D1-R durch Profi‑Qualität, hervorragende Zigbee‑Integration und enorme Flexibilität – ein Premium‑Dimmer für Leute, die Technik nicht nur nutzen, sondern beherrschen wollen.


Persönliche Einschätzung

Ich würde den Ubisys D1-R sehr gerne dauerhaft selbst nutzen — die Technik begeistert mich, das Dimmergebnis ist top und die Zuverlässigkeit spricht für den Profiansatz.
Allerdings liegt der Preis mit rund 140 € für meinen privaten Einsatz aktuell eher über meiner Schmerzgrenze.

Für Installationen, bei denen man nie wieder an Ausfälle denken möchte, ist der D1-R sein Geld trotzdem wert — nur eben nicht die günstigste Lösung für jede einzelne Lampe im Haus.


Und wenn du jetzt auch einen haben willst, dann schau mal in den Ubisys Store von Amazon (bezahlter Link)

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Dinge, von denen ich nicht wusste, dass ich sie brauche – Folge 1: PoE USB Splitter

Zebra-Avatar in einem an Jesus angelehnten Gewand, hält einen PoE-USB-Splitter schwebend in den Händen mit goldenem Heiligenschein-Effekt.

Es gibt Gadgets, die findet man zufällig – und plötzlich fragt man sich, wie man jemals ohne sie leben konnte. In meinem Fall: der PoE USB Splitter (bezahlter Link).

Ich wollte eigentlich nur eine weitere Smart-Home-Bridge anschließen. Nichts Wildes. Aber im Serverschrank war wieder kein Platz mehr für ein extra Netzteil, und eine weitere Steckdosenleiste hätte das Kabelchaos nur noch schlimmer gemacht. Also landete ich in den Tiefen von Amazon und stolperte über etwas, das so simpel wie genial ist: Ein kleines Kästchen, das aus einem PoE-Port gleichzeitig LAN und 5 V USB zaubert.


Was macht ein PoE Splitter mit USB?

Kurz gesagt:

  • PoE rein (Power over Ethernet, z. B. aus deinem Switch)
  • LAN raus (damit dein Gerät weiter im Netzwerk hängt)
  • USB raus (damit du ein weiteres Gerät mit Strom versorgen kannst)

Keine Steckdose nötig, keine zusätzlichen Netzteile – nur ein LAN-Kabel, das alles liefert.
Für meine Smart-Home-Bridges ist das perfekt: LAN ins Gerät, und den USB-Ausgang nutze ich gleich für das nächste Gateway.


Warum ist das genial?

  • Weniger Kabelsalat: nur ein Netzwerkkabel, kein extra Netzteil
  • Platzersparnis im Serverschrank
  • Flexibilität: Ideal für Smart-Home-Bridges, Raspberry Pi Zero, IP-Kameras, kleine Sensorhubs
  • Saubere Stromversorgung direkt über den Switch
  • Einfach nerdig cool – mal ehrlich, sowas will man doch allein schon haben, weil’s geht.

Wo kannst du es einsetzen?

  • Smart-Home-Bridges (Hue, Tradfri, Zigbee2MQTT, ioBroker-Gateways…)
  • Kleine Einplatinencomputer (Raspberry Pi Zero, ESP32-Devboards mit USB-Power)
  • IP-Kameras ohne eigenes PoE
  • Mesh-Repeater oder WLAN-Bridges
  • DIY-Projekte – z. B. ESP-gesteuerte LED-Controller direkt im Serverschrank

Wo gibt’s das?

Ich habe meinen bei Amazon gefunden – als Beispiel verlinke ich dir hier ein Modell*:
👉 PoE Splitter mit USB bei Amazon (bezahlter Link)

Preislich liegen die Teile oft zwischen 10 € und 20 €, je nach Leistung und ob du USB-A oder USB-C willst.


Mein Fazit

Ich habe vorher nicht gewusst, dass ich so ein Teil brauche – jetzt will ich es in jedem Patchfeld.
Es löst gleich mehrere Probleme, spart Kabel, Steckdosen und Nerven.
Und es fühlt sich einfach gut an, wenn man wieder ein Stück Chaos im Smart Home bändigen kann.


Und du?

Hast du auch so ein Gadget, das dein Smart Home oder Netzwerk komplett verändert hat? Schreib’s in die Kommentare oder teile den Artikel mit anderen Nerds, die dringend ein bisschen weniger Kabelsalat im Leben brauchen könnten.

Prime Deal Days 2025 – Nerd-Schnäppchenjagd im Oktober

Zebra-Avatar steht vor einer Haustür, hält einen großen Stapel Amazon-Pakete mit freudigem Gesichtsausdruck – Illustration für Prime Deal Days

Am 7. und 8. Oktober 2025 ist es wieder soweit: Die Prime Deal Days starten! Für uns Nerds heißt das: zwei Tage voller Rabatte, Blitzangebote und Gadgets, die wir eigentlich nicht brauchen – aber trotzdem sofort in den Warenkorb legen. 😎

Warum sich die Prime Deal Days lohnen

Die Prime Deal Days sind sowas wie das kleine Geschwisterchen des Black Friday – nur exklusiver. Amazon nutzt sie, um vor dem großen Weihnachtsgeschäft schon mal richtig Gas zu geben. Für uns bedeutet das: Technik, Smart-Home-Geräte und Bastelzubehör zu Top-Preisen.

Gerade wer auf Smart Home, Homelab oder 3D-Druck steht, findet hier oft richtig gute Schnäppchen. Auch Speicherlösungen (SSDs, NAS-Festplatten) oder Netzwerkzubehör sind traditionell stark reduziert.

Und ja – Affiliate-Links sind auch dabei. Wenn du über einen dieser Links einkaufst, unterstützt du diesen Blog, ohne dass es dich mehr kostet. Vielen Dank dafür!

Hinweis: Die hier verlinkten Produkte sind typische Kandidaten für die Prime Deal Days, basierend auf den Angeboten der letzten Jahre. Da das Event zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht gestartet ist, handelt es sich um eine prognostizierte Auswahl. Am 7. und 8. Oktober werde ich die Liste live mit den tatsächlichen Prime-Angeboten aktualisieren.


Prime Day Kategorien für Bastler und Nerds

Meine Empfehlungen

3D-Druck & Filament

Mein Zebra-Avatar legt fröhlich eine neue Filamentspule in einen 3D-Drucker ein, im Hintergrund sind viele bunte Filamentspulen zu sehen – Beitragsbild für den Abschnitt „3D-Druck“ in den Prime Day DIY-Angeboten.

Filament (Die verlinkten Filamente habe ich alle selbst im Einsatz.)

Sonstiges

Speicher & Backup

Zebra-Avatar hält eine SSD in der Hand, im Hintergrund ein NAS und Backup-Symbole – Illustration für Speicher & Backup

SSDs

USB-Sticks & SD-Karten

Backup & Zubehör

Netzwerk & Homelab

Zebra-Avatar hält ein Netzwerkkabel, im Hintergrund ein Serverrack und LAN-Symbole – Illustration für Netzwerk & Homelab

Router & Netzwerk

Zubehör & Tools

Smart Home

Mein Zebra-Avatar lehnt lässig mit verschränkten Armen an einer Wand, an der smarte Geräte wie ein Shelly-Display-Schalter und RGB-Lampen montiert sind. Daneben eine Tür mit smartem Türschloss – Beitragsbild für den Abschnitt „Smart Home“ in den Prime Day DIY-Angeboten.

Meine persönliche Smart-Home-Favoritenliste
Die folgenden Marken und Produkte nutze ich entweder selbst oder habe sie im Laufe der Zeit im Einsatz gehabt und für empfehlenswert befunden. Sie alle tauchen regelmäßig bei Prime-Day-Aktionen auf – teils mit wirklich guten Rabatten.

Gaming & Entertainment

Zebra-Avatar mit VR-Headset auf einem Gaming-Stuhl vor Multimonitor-Setup mit RGB-Beleuchtung – Illustration für Gaming & Entertainment

Was du hier findest, liegt bei mir nicht nur rum – ich nutze es aktiv. Ob Lötstation, Crimpzange oder Multimeter: Jedes dieser Werkzeuge ist bei mir im echten Einsatz und hat sich bewährt.

Für Prokrastinerds

Mein Zebra-Avatar sitzt entspannt im Sessel und liest das Buch „How to be Lazy“, während im Vordergrund ein Staubsauger-Roboter die Arbeit übernimmt. Im Raum stehen smarte Haushaltsgeräte – Beitragsbild für die Kategorie „Für Prokrastinerds“ auf prokrastinerd.de.

Wenn’s automatisch saugt, wischt, zerkleinert oder leise blinkt, bin ich dabei. Alles, was du hier findest, ist entweder bei mir im Einsatz oder steht ganz oben auf meiner Wunschliste.

Prime-Mitgliedschaft für die Prime Day Deals notwendig

Falls du noch kein Prime-Mitglied bist: Für die Deals brauchst du eine aktive Mitgliedschaft. Amazon bietet aktuell wieder eine kostenlose Probemitgliedschaft für 30 Tage an – danach einfach kündigen, falls du es nicht weiter nutzen willst.

30 Tage kostenlos testen


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Hast du einen Geheimtipp oder Fragen zu den Angeboten?

Ich bin neugierig:
🔧 Welche Deals hast du dir geschnappt?
🧠 Was fehlt noch in der Liste?
🤓 Oder brauchst du Hilfe bei der Auswahl?

Schreib’s mir gern in die Kommentare oder vernetze dich auf Mastodon unter @GrayTheZebra@nerdculture.de – ich freue mich auf den nerdigen Austausch! 🦓

Homelab – braucht man das wirklich oder ist es nur Nerd-Spielerei?

Zebra-Avatar vor geteilter Szene: links ein blinkendes Serverrack mit Daumen runter, rechts eine klare Mini-PC- und Router-Installation mit Daumen hoch.

Homelabs geistern durch Reddit, YouTube und Blogs wie bunte Bonbons durch einen Süßwarenladen: ganze Racks voller Server, Switches und Storage-Systeme, alle mit blinkenden LEDs und Lüftern, die nebenbei die Nachbarschaft heizen könnten. Aber mal ehrlich – braucht man so etwas wirklich? Oder ist ein Homelab oft nur überteuerte Spielerei für Nerds mit zu viel Strom im Keller?

In diesem Artikel schauen wir, was ein Homelab wirklich bringt, welche Anwendungen sinnvoll sind, womit man starten kann – und wo man sich besser zurückhält.


Braucht man ein Homelab überhaupt?

Die kurze Antwort: Nein, die meisten brauchen es nicht.
Die lange Antwort: Es kommt darauf an.

Ein Homelab ist kein Statussymbol, sondern sollte ein Werkzeug sein. Wer einfach nur seine Dateien zentral speichern will, braucht kein 2 m hohes Rack mit Enterprise-Hardware. Dafür reicht ein kleiner NAS oder sogar ein Mini-PC mit externer Festplatte. Ggf. reicht sogar eine FRITZ!Box mit angeschlossener Festplatte.

Ein Homelab lohnt sich, wenn du …

  • gerne neue Systeme testest (Proxmox, Kubernetes, Docker-Cluster).
  • IT-Infrastruktur beruflich oder hobbymäßig übst.
  • deine eigenen Dienste selbst hosten willst (Nextcloud, Home Assistant, Pi-hole, Medienserver).
  • Wert auf Kontrolle statt Cloud legst.

👉 Du hast noch mehr Anwendungsfälle im Kopf und sabberst gleich auf deine Tastatur? Dann solltest du dir definitiv ein Homelab zulegen.

Es lohnt sich nicht, wenn du …

  • nur Medien streamen willst → da reicht ein Fire TV-Stick (bezahlter Link) & NAS.
  • „weil’s cool aussieht“ ein ganzes Rack ins Wohnzimmer stellen willst.
  • keinen Platz, kein Budget oder keine Lust auf Wartung hast.

Wichtige Anwendungsfälle

Ein Homelab kann tatsächlich nützlich sein – aber die Use-Cases sind überschaubar:

  • Virtualisierung & Container
    Mehrere VMs oder Docker-Container für Tests, Automation oder Home-Services.
  • Heimserver
    Medienserver (Plex/Jellyfin), Backups, Netzwerkdienste wie DNS/DHCP, VPN.
  • Smart Home Integration
    ioBroker, Home Assistant, MQTT-Broker – läuft stabiler als auf einem Pi.
  • Lernumgebung
    Für Admins, Entwickler oder Security-Interessierte, die einfach alles mal ausprobieren wollen.

👉 All diese Begriffe klingen für dich nach einer Alien-Sprache? Dann brauchst du vermutlich kein Homelab.


Was ist wirklich sinnvoll?

Must-Haves (klein anfangen):

  • Energieeffiziente Hardware: Ein Mini-PC (z. B. HP EliteDesk 800 G3 SFF (bezahlter Link) (exakt diesen habe ich im Einsatz), Lenovo Tiny (bezahlter Link)) ist ein perfekter Startpunkt.
  • Stabile Netzwerkanbindung: Gigabit-LAN reicht völlig, ein Managed Switch kann später kommen.
  • Backups: Ohne Datensicherung ist alles wertlos (externe SSDs bei Amazon (bezahlter Link)).

Nice-to-have:

  • Mehrere Nodes: Wenn du Hochverfügbarkeit oder Cluster üben willst.
  • 10G-Netzwerk: Nett für große Datenmengen, aber übertrieben für die meisten.
  • USV: Für stabile Stromversorgung – sinnvoll, aber kein Muss (APC Back-UPS (bezahlter Link)).

Spielerei:

  • Ganzes Serverrack mit Enterprise-Geraffel: Frisst Strom, macht Lärm, bringt dir im Alltag nichts.
  • RGB-Beleuchtung im Serverschrank: cool fürs Foto, aber sonst egal.
  • Alte Enterprise-Hardware von eBay: Oft billig zu haben, aber laut, stromhungrig und unnötig für den Privatgebrauch.

👉 Wenn du dir einen 19-Zoll-Rackschrank ins Wohnzimmer stellst und deine bessere Hälfte plötzlich von „akustischem Terrorismus“ spricht, weißt du: Es war vielleicht etwas zu viel des Guten.


Mein eigenes Homelab – zum Vergleich

Damit du eine realistische Vorstellung bekommst, wie ein Homelab auch ohne Serverrack aussehen kann, hier meine aktuelle Ausstattung:

Optional fürs Smart Home:

👉 Du siehst: Ein Homelab muss nicht nach Rechenzentrum aussehen. Es reicht, die eigenen Bedürfnisse im Blick zu haben und Schritt für Schritt zu wachsen.


Wie ermittelt man, was man braucht?

Ganz simpel: Ausgehend von deinen Zielen.

  1. Frag dich: Was will ich wirklich betreiben? (z. B. Nextcloud, Medienserver, Home Assistant).
  2. Plane dafür die Mindest-Hardware (CPU, RAM, Speicher).
  3. Starte klein und erweitere nur, wenn du an Grenzen stößt.
  4. Kalkuliere den Stromverbrauch – ein alter 2U-Server kann dich im Jahr mehr kosten als ein moderner Mini-PC in drei Jahren.

Fazit: Homelab mit Augenmaß

Ein Homelab kann extrem lehrreich und praktisch sein – oder einfach nur eine Stromvernichtungsmaschine. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen: Wer kleine Projekte hosten will, fängt mit einem Mini-PC an. Wer mehr lernen will, baut Stück für Stück aus. Aber ein ganzes Rack voller lauter Blechmonster ist in 99 % der Fälle einfach nur Nerd-Protzerei.

👉 Also: Erst überlegen, dann aufbauen – und wenn du schon Serverfarmen im Kopf hast, vielleicht erstmal klein anfangen, bevor du das Wohnzimmer in ein Rechenzentrum verwandelst.


Weiterführend:

Proxmox Anleitung – Der große Überblick für Nerds und Homelab-Bastler

Zebra Avatar mit Proxmox Logo auf dem T-Shirt vor grünem Hintergrund

Schnellnavigation


Einleitung

Diese Proxmox Anleitung zeigt dir, wie du mit der beliebten Virtualisierungsplattform Proxmox Schritt für Schritt startest. Egal ob Homelab im Keller, eine virtualisierte Smart-Home-Zentrale oder ein zuverlässiger Medienserver – mit Proxmox ist fast alles möglich.

Das Beste daran: Du musst kein Rechenzentrums-Admin sein. Die Weboberfläche ist übersichtlich, die Community riesig und dank Open Source bleibt es kostenfrei. Unter der Haube steckt trotzdem Profi-Technik: Cluster, Hochverfügbarkeit, Ceph-Storage und vieles mehr.

In diesem Beitrag bekommst du den großen Überblick: Was Proxmox ist, wofür es sich eignet, welche Funktionen es bietet und wie du Schritt für Schritt loslegst. Egal ob Einsteiger oder fortgeschrittener Bastler – hier findest du alles, was du für den Start brauchst.


Was ist Proxmox?

In dieser Proxmox Anleitung erfährst du, was PVE eigentlich ist und welche Bausteine es bietet. Proxmox Virtual Environment (PVE) ist eine auf Debian basierende Open-Source-Plattform, mit der du mehrere virtuelle Systeme auf einem einzigen Rechner betreiben kannst. Ein PC, viele „virtuelle Computer“ – sauber getrennt und zentral verwaltet.

Die wichtigsten Bausteine:

KVM (Virtuelle Maschinen):
Komplette virtuelle PCs – z. B. Windows-Server oder Linux-Maschinen. Läuft wie ein eigenständiger Rechner mit eigenem Betriebssystem.

LXC (Container):
Leichtgewichtige Umgebungen für einzelne Dienste. Teilen sich den Kernel, starten blitzschnell und brauchen wenig Ressourcen – ideal für Home Assistant, ioBroker, Nextcloud.

Web-GUI:
Bequeme Verwaltung im Browser – ohne reines Kommandozeilen-Gefummel.

Cluster-Fähigkeit:
Mehrere Rechner zusammenschalten und zentral verwalten, inkl. Live-Migration.

Storage-Optionen (ZFS & Ceph):
Moderne Speicherlösungen für Performance, Snapshots und Datensicherheit.

Backup & Restore:
Eingebaute, automatisierbare Sicherungen für VMs & Container – auf Knopfdruck wiederherstellbar.

👉 Zur offiziellen Proxmox-Doku


Proxmox Anleitung: Installation Schritt für Schritt

Hardware-Anforderungen

Proxmox läuft auf vielem – von gebrauchten Office-Minis bis zu Rack-Servern. Sinnvoll für den Start:

  • 8 GB RAM (besser 16 GB oder mehr)
  • SSD oder NVMe für das System
  • Gigabit-LAN

Praxis-Tipp:
Ich nutze aktuell einen gebrauchten HP 800 G3 DM Ultra Mini fürs Homelab: leise, sparsam, stabil – ideal für Einsteiger. 👉 Hier bei Amazon ansehen (bezahlter Link)

Installation

ISO herunterladen, auf USB-Stick schreiben und davon booten. Nach wenigen Klicks steht das System, die Weboberfläche erreichst du unter https://<deine-ip>:8006.

👉 Offizielle Anleitung: Proxmox Getting Started


Proxmox VMs (KVM) einrichten

Mit virtuellen Maschinen (VMs) kannst du komplette Betriebssysteme in Proxmox starten – so, als hättest du mehrere Rechner in einem einzigen Gehäuse. Jede VM läuft dabei in ihrer eigenen Umgebung mit eigenem Kernel, Treibern und Einstellungen. Das macht sie besonders flexibel, aber auch etwas ressourcenhungriger als Container.

Typische Einsatzszenarien:

  • Windows-Server oder Windows 11: Ideal, wenn du Software oder Tools brauchst, die nur unter Windows laufen – zum Beispiel bestimmte Office-Lösungen, Gameserver oder proprietäre Anwendungen.
  • Linux-Server: Perfekt für Webprojekte (z. B. Apache/Nginx), Datenbanken oder CI/CD-Build-Pipelines. Du hast ein vollwertiges Linux mit eigenem Kernel, völlig unabhängig vom Proxmox-Host.
  • Legacy-Systeme: Alte Betriebssysteme wie Windows XP oder ein spezielles Linux von 2005, das auf aktueller Hardware nicht mehr laufen würde, kannst du als VM weiter betreiben.

👉 Vorteil von VMs: maximale Isolation und volle Kompatibilität – du kannst fast jedes Betriebssystem installieren.
👉 Nachteil: VMs brauchen mehr RAM und CPU als Container, da sie ein komplettes System emulieren.

👉 Lies auch: Teamspeak-Server unter Proxmox installieren – Schritt-für-Schritt-Anleitung


Proxmox Container (LXC) im Smart Home

Container sind die „Leichtgewichte“ in Proxmox: statt ein komplettes Betriebssystem zu emulieren wie bei VMs, teilen sie sich den Kernel mit dem Host. Dadurch starten sie extrem schnell, verbrauchen deutlich weniger Ressourcen und eignen sich perfekt für kleine Dienste.

Screenshot der Proxmox Weboberfläche beim Erstellen eines neuen LXC-Containers mit Standardparametern.

Typische Vorteile:

  • Schnelle Starts: Container sind in Sekunden hochgefahren – ideal, wenn du viele kleine Services betreibst.
  • Kaum Overhead: Sie nutzen den bestehenden Kernel des Hosts, dadurch sparst du RAM und CPU.
  • Effizienz: Auf der gleichen Hardware passen oft mehrere Container, wo nur eine einzelne VM laufen würde.

Typische Einsatzszenarien:

  • Smart Home: ioBroker, Home Assistant oder MQTT-Broker laufen ressourcenschonend in einem LXC.
  • Selfhosting: Nextcloud, GitLab oder kleinere Webdienste starten blitzschnell.
  • Serverdienste: Datenbanken, Proxy-Server oder kleine Tools, die keine volle VM brauchen.

👉 Vorteil: Container sind super effizient und schnell eingerichtet.
👉 Nachteil: Da sie sich den Kernel mit dem Host teilen, sind sie nicht ganz so isoliert wie VMs – für Windows oder exotische Betriebssysteme sind sie ungeeignet.


VM oder Container – wann nutze ich was?

Der Klassiker unter den Anfängerfehlern: falsche Wahl zwischen KVM und LXC. Hier die Unterschiede im kompakten Überblick:

KriteriumVM (KVM)LXC-Container
ArchitekturVollständiges OS mit eigenem KernelTeilt den Kernel mit dem Host
IsolationSehr hochAusreichend für Dienste
PerformanceMehr OverheadSehr schnell & ressourcenschonend
EinsatzfälleWindows, Legacy-Systeme, Kernel-ModuleLinux-Dienste wie ioBroker, Nextcloud
RessourcenbedarfMehr RAM & CPU nötigGering

👉 Faustregel: Komplettes Betriebssystem nötig? → VM. Nur einen Linux-Dienst hosten? → Container.


Storage & Backups in Proxmox

Backups sind kein Luxus, sondern Pflicht – spätestens dann, wenn auf deinem Proxmox-Server wichtige Daten oder Dienste laufen. Ein Stromausfall, ein fehlerhaftes Update oder ein Hardwaredefekt können sonst schnell zu Datenverlust führen. Zum Glück bringt Proxmox bereits alles mit, was du für eine solide Backup-Strategie brauchst.

Screenshot der Proxmox Weboberfläche beim Erstellen eines Backup-Jobs mit mehreren ausgewählten Containern und VMs.

Storage hinzufügen

Bevor du Backups machen kannst, brauchst du einen Speicherort:

  1. Im Webinterface links auf Datacenter → Storage → Add klicken.
  2. Den Typ auswählen (z. B. Directory für eine lokale Festplatte, NFS/SMB für Netzwerkspeicher oder ZFS für Snapshots).
  3. Namen und Pfad/Server eintragen → Speichern.
    Dein neuer Speicher ist sofort nutzbar und erscheint in der Übersicht.

Backups planen

  1. Gehe zu Datacenter → Backup.
  2. Erstelle einen neuen Job:
    • Wähle die VMs oder Container, die gesichert werden sollen.
    • Gib den Ziel-Speicher an.
    • Lege fest, wann die Sicherung laufen soll (z. B. täglich um 02:00 Uhr).
  3. Als Methode empfiehlt sich Snapshot, weil so die Sicherung ohne Downtime erfolgen kann.

Restore durchführen

Wenn doch mal etwas schiefgeht:

  1. In der VM-/Container-Übersicht auf Backup → Restore klicken.
  2. Das gewünschte Backup und den Ziel-Speicher wählen.
  3. Starten – und dein System ist in wenigen Minuten wieder einsatzbereit.

👉 Praxis-Tipp: Wer mehrere Hosts betreibt, kann mit einem Proxmox Backup Server eine zentrale Lösung einsetzen. Das ist besonders nützlich, wenn man viele VMs oder Container verwalten möchte.

Lies auch:


Proxmox Netzwerk & VLANs

In Proxmox kannst du das Netzwerk so flexibel gestalten, wie du es gerade brauchst. Das klingt erstmal technisch, ist aber im Kern recht simpel: Proxmox arbeitet mit virtuellen „Netzwerksteckdosen“, an die du deine VMs und Container anschließen kannst.

  • Bridges – die virtuellen Switches
    Stell dir eine Bridge wie eine Mehrfachsteckdose fürs Netzwerk vor. Standardmäßig gibt es vmbr0, die mit deiner physischen Netzwerkkarte verbunden ist. Jede VM oder jeder Container, den du daran „ansteckst“, bekommt sofort Zugang zu deinem Heimnetz.
  • VLANs – Netze sauber trennen
    Mit VLANs (Virtual LANs) kannst du Netzwerke logisch voneinander abgrenzen. So kannst du z. B. dein Smart Home in ein eigenes Netz packen, während dein Office-PC in einem anderen läuft. Dafür trägst du in der VM/Container-Konfiguration einfach eine VLAN-ID ein. Wichtig: dein Router oder Switch muss VLANs unterstützen.
  • Bondings – mehrere Netzwerkkarten bündeln
    Hast du mehr als eine Netzwerkkarte, kannst du diese bündeln. Das bringt entweder mehr Geschwindigkeit (LACP) oder Ausfallsicherheit (Active-Backup). Im Prinzip wie zwei Fahrspuren auf der Datenautobahn: fällt eine aus, übernimmt die andere.

👉 So kannst du deine Netzwerke nicht nur strukturieren, sondern auch sicherer und leistungsfähiger machen – egal ob für Smart Home, Office oder Homelab.


Proxmox Cluster & Hochverfügbarkeit

Wenn du mehrere Proxmox-Hosts hast, kannst du sie zu einem Cluster zusammenschalten. Dadurch arbeitest du nicht mehr mit einzelnen Maschinen, sondern verwaltest alle Systeme zentral in einer Oberfläche.

Die wichtigsten Vorteile:

  • Zentrale Verwaltung: Alle Hosts erscheinen gemeinsam im Webinterface und lassen sich bequem administrieren.
  • Live-Migration: Virtuelle Maschinen können im laufenden Betrieb von einem Host zum anderen verschoben werden – ganz ohne Downtime.
  • Hochverfügbarkeit (HA): Fällt ein Host aus, startet die betroffene VM automatisch auf einem anderen Node neu.
  • Ceph-Integration: Für Profis gibt es die Möglichkeit, ein fehlertolerantes, verteiltes Storage-System aufzubauen.

⚠️ Wichtig: Für „echte“ Hochverfügbarkeit brauchst du mindestens drei Nodes und eine gemeinsame Speicherlösung wie Ceph oder Shared Storage. Das ist eher ein Thema für Enthusiasten – für den Heimgebrauch reicht oft ein einzelner Host oder ein kleiner Test-Cluster.

Und was ist mit VMware-Funktionen wie HA und DRS?
Gerade für VMware-Umsteiger sind vor allem diese Punkte interessant:

  • HA: Ja, Proxmox unterstützt High Availability – VMs und Container starten nach einem Knotenausfall automatisch auf einem anderen Cluster-Node, wenn Shared Storage vorhanden ist.
  • DRS (Distributed Resource Scheduler): Ein direktes Pendant wie bei VMware gibt es nicht. Proxmox hat kein automatisches Load-Balancing zwischen Hosts. Stattdessen nutzt du Live-Migration, um VMs manuell zu verschieben und Ressourcen zu verteilen.

Für Homelabs, Smart Homes und viele kleinere Produktivumgebungen ist das völlig ausreichend. Wer mehr Automatisierung möchte, kann auf zusätzliche Tools (z. B. Proxmox HA Manager, externe Orchestrierung) zurückgreifen.


Typische Proxmox Use Cases


Vor- und Nachteile von Proxmox

Vorteile

  • Open Source & kostenlos nutzbar
    Du kannst Proxmox ohne Lizenzkosten einsetzen – perfekt für Homelabs und Privatanwender. Nur wer Enterprise-Support möchte, zahlt.
  • Enorme Flexibilität
    Egal ob VMs, Container, Cluster oder Ceph-Storage – du bekommst quasi alles in einer Plattform, ohne zig verschiedene Systeme kombinieren zu müssen.
  • Große Community & viele Tutorials
    In Foren, YouTube und Blogs (wie hier 😉) findest du Lösungen für fast jedes Problem.
  • Regelmäßige Updates
    Proxmox wird aktiv weiterentwickelt, Sicherheitsfixes und neue Features kommen in kurzen Abständen.
  • Praxisnähe für Homelabs
    Auch auf älterer Hardware lauffähig, dadurch super geeignet zum Basteln und Lernen.

Nachteile

  • Einarbeitung & Lernkurve
    Gerade Einsteiger brauchen Zeit, bis sie Begriffe wie Cluster, Ceph oder VLANs verstehen.
  • Nicht alles klickibunti
    Die Web-GUI ist übersichtlich, aber nicht so „perfekt durchgestylt“ wie bei VMware oder Hyper-V. Manche Dinge muss man in der Konsole machen.
  • Updates & Repositories
    Wer das Enterprise-Repo nicht abonniert, bekommt beim Login die bekannte „Subscription Notice“. Für viele kein Problem, für manche verwirrend.
  • Advanced Features sind komplex
    Dinge wie Ceph, Hochverfügbarkeit oder Cluster-Setups sind nichts für absolute Anfänger – hier ist Bastelgeist gefragt.
  • Keine klassische Hersteller-Hotline
    Ohne Enterprise-Support bist du auf Foren und Community angewiesen.

Community Scripts für Proxmox

Wer es sich beim Einrichten von Diensten leichter machen möchte, sollte einen Blick auf die ProxmoxVE Community Scripts werfen. Dort findest du eine Sammlung von Installationsskripten für viele beliebte Anwendungen wie Home Assistant, Nextcloud, Docker, Plex oder Portainer.

Mit nur wenigen Klicks oder einem simplen Terminal-Befehl kannst du dir so ein komplettes Setup automatisiert erstellen lassen – ideal, wenn du nicht jedes Detail manuell konfigurieren willst. Gerade für Einsteiger ins Homelab oder Smart Home ist das ein echter Zeitgewinn und senkt die Einstiegshürde deutlich.

Tipp: Auch wenn die Skripte praktisch sind, solltest du immer verstehen, was im Hintergrund passiert. Prüfe den Code und passe ihn bei Bedarf an deine Umgebung an. So bleibst du flexibel und vermeidest unerwartete Überraschungen.


FAQ – Häufige Fragen zur Proxmox Anleitung

Ist Proxmox kostenlos? Ja – die Software selbst ist Open Source und kann vollständig ohne Lizenzgebühren genutzt werden. Allerdings zeigt Proxmox im Webinterface einen Hinweis an, wenn kein Enterprise-Abo verwendet wird. Für Privatanwender reicht das No-Subscription-Repository völlig aus. Wer stabil getestete Updates und professionellen Support möchte, kann ein kostenpflichtiges Enterprise-Abo abschließen.

Kann ich Proxmox auf einem alten PC installieren? Ja, Proxmox läuft oft schon ab 8 GB RAM. Für produktive Szenarien sind aber 16 GB oder mehr sinnvoll.

Was ist besser: LXC oder KVM? LXC ist ressourcenschonender und perfekt für Serverdienste. KVM ist flexibler, da es komplette Betriebssysteme virtualisiert.


Fazit & Ausblick

Diese Proxmox Anleitung zeigt: Proxmox ist die perfekte Plattform für alle Nerds, die mehr aus ihrer Hardware herausholen wollen. Egal ob Smart Home, Medienserver oder Homelab – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Auf Prokrastinerd.de findest du weitere Anleitungen, Tipps und Praxisberichte rund um Proxmox, damit du Schritt für Schritt tiefer einsteigen kannst.

👉 Schreib mir gern in die Kommentare, welche Projekte du mit Proxmox umsetzen willst!